• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 19.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Krebsmedikament macht Krebszellen munter

EPO erhöht Sterblichkeit

Krebskranke leiden häufig unter einer Blutarmut. Viele Patienten bekommen deshalb Erythropoietine (EPOs) um vermehrt rote Blutkörperchen zu bilden – offenbar mit fatalen Folgen, wie jetzt eine neue Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams gezeigt hat.
Krebszellen

Krebszellen

Die Forscher der Northwestern University‘s Feinberg School of Medicine (USA) und des Universitätsklinikums Freiburg konnten zeigen, dass EPOs das Überleben von Krebspatienten verkürzen. Der Grund hierfür liegt möglicherweise in einer Stimulation des Wachstums der Krebszellen.

An über 13.000 Krebspatienten wurde eine um zehn Prozent erhöhte Sterblichkeit festgestellt, wenn sie EPOs erhielten, so die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA).

Metaanalyse belegt höheres Sterberisiko


Der Bericht, eine Metaanalyse von 51 Studien, belegt damit erstmals, dass Erythropoietine das Sterberisiko erhöhen können, und er bestätigt, dass das Risiko für Blutgerinnsel in Beinen oder Lunge bei diesen Patienten um 57 Prozent vergrößert sein kann.


„Obwohl EPOs für Tumorpatienten zugelassen und empfohlen werden, weisen unsere und Befunde Anderer darauf hin, dass sie das Krebswachstum anregen und Patienten gefährden können“, warnt Professor Dr. Michael Henke von der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg und Seniorautor der Publikation. „Es ist beunruhigend, dass sie 15 Jahre angewendet wurden, bevor wir dies erkennen konnten.“

EPOs doch nicht sicher


Aktuelle Therapieempfehlungen beurteilen EPOs als sicher, wenn sie nicht bei zu hohen Bluthämoglobinwerten verabreicht werden. „Unsere Daten belegen das nicht“, so Henke. „Allerdings sollten wir die Daten derzeit nicht verallgemeinern, da sie von der Art der Tumorerkrankung abhängen können.“

Das Freiburger Team gehörte zu den ersten, die bereits 2003 über gesundheitsschädliche Effekte von Erythropoetin bei Krebspatienten berichteten.
(idw - Universität Freiburg, 25.02.2008 - DLO)
 
Printer IconShare Icon