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Donnerstag, 19.01.2017
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Vitamin E erhöht Tuberkuloserisiko

Männliche Raucher mit hohen Vitamin C–Werten besonders gefährdet

Vitamin E gilt als gesund und immunstärkend. Doch jetzt schlagen Mediziner Alarm. Denn Raucher, die sechs Jahre lang Vitamin E und Vitamin C als Nahrungsergänzung nehmen, besitzen ein um 72 Prozent erhöhtes Tuberkuloserisiko. Das zeigt eine neue, jetzt in der Fachzeitschrift „British Journal of Nutrition“ veröffentlichte Studie.
Cerealien mit Vitaminzusätzen

Cerealien mit Vitaminzusätzen

Bisher galt Vitamin E als immunstärkend und sogar als Schutz gegen Infektionen. Gerade Rauchern wurde daher die Einnahme dieses Vitamins empfohlen. Als Rauchervitamin vermarktet, ist es daher, oft gemeinsam mit Vitamin A und C, als Nahrungsergänzungsmittel nahezu überall erhältlich. Jetzt aber hat sich der vermeintliche Gesundmacher als Krankmacher herausgestellt – und dies ausgerechnet bei der Nutzergruppe, der er vor allem helfen sollte, den Rauchern.

Risiko um 72 Prozent erhöht


Harri Hemila und Jaakko Kaprio von der Universität von Helsinki in Finnland stießen bei der Auswertung von Daten einer großen zwischen 1985 und 1993 durchgeführten Studie auf erschreckende Ergebnisse. Bei dieser so genannten ATBC-Studie wurden 29.023 männliche Raucher im Alter von 50 bis 69 Jahren untersucht, die jeweils entweder Vitamin E, Beta-Carotin, beides oder keins von beiden als Nahrungsergänzung zu sich nahmen.

Unter den Teilnehmern, die während der sechs Jahre 50 Milligramm Vitamin E täglich schluckten, traten 174 Fälle von Tuberkulose auf. Dabei waren nahezu ausschließlich Personen betroffen, die nicht nur Vitamin E eingenommen hatten, sondern darüberhinaus auch mehr als 90 Milligramm Vitamin C täglich. Ihr Risiko, an Tuberkulose zu erkranken, erhöhte sich um 72 Prozent. Probanden, die kein oder weniger Vitamin C nahmen, waren dagegen nicht betroffen. Den stärksten Anstieg in den Erkrankungen beobachteten die Forscher im ersten Jahr nach Beginn der Vitamin E Einnahme.


ACE-Drinks mit Vorsicht zu genießen


Nach Ansicht der Wissenschaftler „sollte vor dem Konsum von Vitamin E-Zusätzen durch die breite Bevölkerung gewarnt werden, da es Belege für die Schädlichkeit des Vitamins für einige Menschen gibt.“ In Deutschland wird Vitamin E als E306 als Konservierungs- und Antioxidationsmittel vielen Lebensmitteln zugesetzt. Zudem ist es Bestandteil von ACE-Drinks, einigen Cerealien und Müsliriegeln und wird als Rauchervitamin verkauft. Eine verbindliche Höchstmengenbegrenzung gibt es bisher nicht.
(Universität Helsinki, 25.02.2008 - NPO)
 
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