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Samstag, 22.07.2017
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Saturnring als Staubsauger

Ring fängt geladene Teilchenwolke vom Saturnmond Enceladus ab

Der A-Ring des Saturn scheint eine Art „Reinigungskraft“ des Planetensystems zu sein, wie neue Daten der Saturnsonde Cassini zeigen: Der Ring saugt die vom Eismond Enceladus ausgeschleuderten, geladenen Teilchen auf wie ein Schwamm und reguliert damit auch den Strahlenhaushalt des Ringplaneten.
Saturn mit Gasringen

Saturn mit Gasringen

Wieder einmal sorgt der Eismond Enceladus für Überraschungen. Erst vor kurzem stellte sich heraus, dass die Eis-Geysire des Mondes für das Material im E-Ring des Saturn verantwortlich sind. Wenig später zeigte sich, dass sogar das gesamte magnetische Kräftefeld des Ringplaneten durch die von Enceladus ausgeschleuderten geladenen Teilchen beeinflusst und deformiert wird.

Donut aus geladenen Teilchen


Jetzt hat die NASA-Saturnsonde Cassini erneut Erstaunliches übermittelt: „Der A-Ring des Saturn und Enceladus liegen 100.000 Kilometer auseinander, trotzdem gibt es eine physikalische Verbindung zwischen beiden“, erklärt William Farrell vom Goddard Space Flight Center der NASA. „Cassinis Beobachtungen zeigen, dass Enceladus einen Teil seiner Masse direkt zur äußeren Kante des A-Rings liefert.

Die von den Fontänen ausschießenden Partikel werden durch Sonnenlicht und Kollisionen mit anderen Atomen und Molekülen aufgeladen und reagieren daher auf das Magnetfeld des Saturn. In den Feldlinien gefangen, springen sie wie Pingpongbälle von Pol zu Pol hin und her. Wie ein gigantischer Donut legen sie sich dabei um den Planeten. Der Spaß endet allerdings, sobald ihr Weg sie weiter nach innen, in die Nähe des A-Rings führt.


Radiowellen als Indiz


Anhand von Radiowellen, die von der Innenseite des Plasma-Donuts ausgehen, konnten die Forscher mit verfolgen, wie sich die Dichte der geladenen Teilchenwolke mit der Zeit veränderte. „Als wir uns dem A-Ring näherten, sank die Frequenz“, erklärt Farrell. „Das deutet darauf hin, dass die Plasmadichte absinkt, weil es vom Ring absorbiert wird.“ Endgültig bestätigt wurde diese Vermutung, als die Sonde einen plötzlichen, kurzzeitigen Wiederanstieg der Frequenzen registrierte, während sie über die Lücke im Ring flog.

„Das ist ein Beispiel dafür, wie die Ringe des Saturn die Strahlenumwelt um den Planeten entschärfen, indem sie hoch- und niedrigenergetische Teilchen aufsaugen“, so Farrell. Im Gegensatz dazu fehlen dem Jupiter solche „Staubsauger-Ringe“, daher herrscht in seinem Umfeld eine relativ hohe Strahlung.
(NASA, 19.02.2008 - NPO)
 
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