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Dienstag, 23.05.2017
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Südozean als Klimafaktor

Antarktisexpedition liefert neue Erkenntnisse über die Rolle des Südlichen Ozeans

Wenn im Südlichen Ozean rund um die Antarktis viele Algen blühen, beeinflusst das nicht nur die regionalen Ökosysteme, sondern auch das globale Klima. Denn die Algen zehren das Kohlendioxid aus dem Oberflächenwasser und verstärken so die Pufferwirkung des Meeres. Dies ist eine der Erkenntnisse, die Wissenschaftler von der gerade beendeten Antarktisexpedition des Forschungsschiffs Polarstern mitgebracht haben.
Forschungsschiff Polarstern im antarktischen Eis

Forschungsschiff Polarstern im antarktischen Eis

Schlüsselregion des globalen Klimageschehens


Auf den Expeditionen des deutschen Forschungsschiffs Polarstern leisten Forscher aus aller Welt im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/08 Pionierarbeit zum Verständnis des Südlichen Ozeans. Dieser riesige Ringozean um die Antarktis ist immer noch weitgehend unerforscht. Da er aber das Klima der ganzen Erde entscheidend beeinflusst, ist eine Intensivierung der Forschungsaktivitäten dringend notwendig. Das Internationale Polarjahr bietet die einmalige Gelegenheit, die wissenschaftlichen Anstrengungen verschiedener Länder zu bündeln, um gemeinsam einen bedeutenden Erkenntnisgewinn zu erlangen.

Schmelze erzeugt Süßwasserschicht


Die jetzt abgeschlossene Polarsternexpedition des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft hatte am 28. November 2007 in Kapstadt begonnen. Sie war vor allem den Lebewesen und Stoffkreisläufen im Meer gewidmet. 53 Wissenschaftler aus neun Ländern haben unter Leitung von Professor Ulrich Bathmann vom Alfred-Wegener- Institut unter anderem die biologische Kohlenstoffpumpe im Südlichen Ozean studiert. Pflanzliches Plankton bindet durch seine Photosyntheseaktivität Kohlenstoff und entzieht der Atmosphäre auf diese Weise Kohlendioxid.

Das Meereis schwindet

Das Meereis schwindet

Die Forscher haben entdeckt, dass abschmelzendes Meereis eine Oberflächenlinse süßeren und damit leichteren Wassers gebildet hat. Die darin heranwachsende Planktonblüte war teilweise schon abgesunken und hat ihr organisches Material bis zur Tiefsee verfrachtet. Am Meeresboden wurden hierdurch Stoffwechselprozesse ausgelöst.


Algenteppich doppelt so groß wie Deutschland


Die Wissenschaftler haben am Rande des Meereises einen im Wasser treibenden Algenteppich untersucht. Diese Algenblüte war mit 700.000 Quadratkilometern etwa zwei Mal so groß wie Deutschland. Die Forscher wollten wissen, unter welchen physikalischen Bedingungen solche Algenblüten entstehen und welche Auswirkungen sie sowohl auf die belebte als auch auf die unbelebte Umwelt haben.

Ihre Messungen haben ergeben, dass der Kohlendioxidgehalt im Oberflächenwasser deutlich abgenommen hat. Die Messungen haben zudem gezeigt, dass die Planktonblüte im Oberflächenwasser einen Einfluss auf die Lebensgemeinschaft am Meeresboden hat. Zum ersten Mal überhaupt wurde die komplette Wassersäule im Südlichen Ozean gleichzeitig und umfassend von der Oberfläche bis zum Meeresboden in der Tiefsee beprobt. Diese Bestandsaufnahme der Flora und Fauna soll auch als Vergleichsgrundlage für zukünftige Untersuchungen dienen.

Internationaler Workshop an Bord


Am 5. Februar findet in Kapstadt an Bord von Polarstern ein internationaler Workshop zur Klimaforschung im Südlichen Ozean statt. Die Wissenschaftler an Bord des französischen Forschungsschiffs Marion Dufresne und des deutschen Forschungsschiffs Polarstern treffen sich mit südafrikanischen Partnern, um Ergebnisse auszutauschen und zukünftige Kooperationen abzusprechen. Auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird die Gelegenheit nutzen, um sich dort mit Vertretern führender Forschungseinrichtungen und südafrikanischen Ministerkollegen zu treffen. Bereits am 6. Februar wird Polarstern zur nächsten Antarktisexpedition aufbrechen.
(Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, 06.02.2008 - NPO)
 
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