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Mittwoch, 26.07.2017
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Wattenmeer bald Weltnaturerbe?

Niederländisch-Deutscher Nominierungsantrag erfolgreich auf den Weg gebracht

Der Weg für eine mögliche Ernennung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe ist frei. Einen entsprechenden Antrag haben Deutschland und die Niederlande fristgerecht bei der UNESCO in Paris eingereicht.
Wattboden

Wattboden

„Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz. Das Wattenmeer hat diesen Titel mehr als verdient. Wir sind überglücklich, dass nach all dem Hick-Hack der letzten Wochen am Ende die Vernunft gesiegt hat“, erklärte der Wattenmeerexperte des WWF Dr. Hans-Ulrich Rösner. Obwohl Hamburg kurz vor Schluss aus dem Bewerberkreis ausgestiegen ist, schätzt die Natur- und Umweltschutzorganisation die Chancen für eine positive Entscheidung der UNESCO als gut ein. Bei einer Anerkennung stünde das Watt auch international auf einer Stufe mit dem amerikanischen Grand Canyon oder dem australischen Great Barrier Reef.

Neben dem vergleichsweise kleinen Hamburger Wattengebiet fehlt allerdings auch das dänische Wattenmeer in dem Antrag bei der UNESCO. Die dänische Regierung wollte zunächst klären, ob auch im dortigen Wattenmeer ein Nationalpark entstehen soll. Nachdem sich das dänische Parlament vor zwei Wochen für einen Nationalpark entschieden hat, hofft der WWF, dass sich Dänemark verspätet auch dem Welterbe-Antrag anschließt. „Auch wenn ein Weltnaturerbe Wattenmeer so vielleicht erst in zwei Schritten entstehen könnte - die langjährige Zusammenarbeit Deutschlands, der Niederlande und Dänemarks beim Wattenmeerschutz verdient es, letztlich mit einem geschlossenen Welterbe-Gebiet über das gesamte Wattenmeer belohnt zu werden“, so Rösner.

Weltweite Bedeutung des Wattenmeeres gewürdigt


Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zeigte sich gemeinsam mit seiner Amtskollegin Gerda Verburg, der für den Naturschutz zuständigen Ministerin des Königreiches der Niederlande, erfreut, dass der Nominierungsantrag gestern fristgerecht beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris abgegeben werden konnte.


Eine deutsch-niederländische Arbeitsgruppe hatte unter Vorsitz des Bundesumweltministeriums in zweijähriger intensiver Tätigkeit den umfangreichen Nominierungsantrag erstellt. Die Arbeit wurde vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven koordiniert und inhaltlich begleitet. Der Nominierungsantrag dokumentiert die weltweite Bedeutung des Wattenmeeres und die Einzigartigkeit der geomorphologischen und biologischen Prozesse sowie der Biodiversität im Wattenmeer. Beide Minister betonten erneut, dass der Weltnaturerbestatus keine neuen Regelungen für wirtschaftliche Aktivitäten im Wattenmeer bewirke.

Titel Weltnaturerbe für 10.000 Quadratkilometer Fläche


Das beantragte Weltnaturerbegebiet umfasst die bestehenden Schutzgebiete. In Deutschland sind das die Nationalparke Niedersächsisches Wattenmeer und Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, in den Niederlanden das unter den entsprechenden Entwicklungsleitplan (PKB) fallende Gebiet.

In Zukunft könnten damit knapp 10.000 Quadratkilometer Wattenmeer zwischen Texel und Sylt den Titel Weltnaturerbe tragen. Das größte Wattenmeer der Welt ist nach Angaben des WWF eine Drehscheibe des globalen Vogelzuges und bietet zahlreichen Seehunden und Kegelrobben eine Heimat. Die Anrainergemeinden und Inseln erhoffen sich von einem Welterbe-Titel einen Imagegewinn und eine noch größere Attraktivität der Region für Touristen.

Entscheidung im Sommer 2009?


Die UNESCO und ihr Beratungsorgan IUCN (International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources) werden jetzt den Antrag prüfen. Eine Entscheidung des UNESCO-Welterbekomitees über die Aufnahme des Wattenmeeres in die Welterbeliste kann voraussichtlich im Sommer 2009 getroffen werden.
(WWF/BMU, 31.01.2008 - DLO)
 
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