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Dienstag, 17.01.2017
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Virentaxi gegen Krebs

Modifiziertes Erkältungsvirus soll das Immunsystem gegen Tumore stärken

Um einen neuartigen Impfstoff gegen Tumorerkrankungen zu entwickeln, wollen Schweizer Forscher einen ganz neuen Weg gehen: Sie kombinieren das Erbgut eines harmlosen, abgeschwächten Erkältungsvirus mit Erbinformationen aus Krebszellen.
Brustkrebszelle

Brustkrebszelle

Das solcherart neu modifizierte Virus wird als Transportmittel eingesetzt, um Tumorspezifische Informationen in die Zentren der Immunaktivierung zu transportieren. Dort regt es das Immunsystem des Menschen gezielt an, sich mit allen Mitteln gegen Krebserkrankungen zu wappnen und zu wehren. Dieser Grundidee folgen Ludewig und sein Team an der Laborforschungsabteilung des Kantonsspitals St. Gallen in der Schweiz. Ein verbesserter Impfstoff gegen Tumoren wäre ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung dieser Erkrankung.

Krebszellen produzieren Zielstrukturen, die sie für einen Angriff durch spezifische Immunzellen zugänglich machen. Die effektivste Waffe des Immunsystems gegen Tumorzellen sind zellzerstörende T-Zellen. Eine effiziente Aktivierung dieser Killerzellen ist daher das herausragende Ziel nahezu jedes Impfansatzes zur Bekämpfung von Krebszellen. Im Zentrum jeder Immunaktivierung stehen dendritische Zellen, spezielle Agenten der Immunabwehr, die jede Art von „Immun-Nachrichten“ in die Lymphknoten, die Zentren der Immunaktivierung, transportieren.

Durch die Weitergabe dieser Signale an Killerzellen können schützende Immunantworten gegen Tumorzellen aufgebaut und unterhalten werden. Ein wirkungsvoller Impfstoff gegen Krebserkrankungen muss es daher schaffen, Informationen über die Oberflächenbeschaffenheit der Tumorzellen effizient an die dendritischen Zellen weiterzugeben und diese Zellen gleichzeitig in einen aktivierten Zustand versetzen.


Rekombinante, auf Coronavirusgenomen basierende Impfstoffe besitzen die Potenz, dendritische Zellen optimal mit mehreren, hoch immunogenen Tumorantigenen und immunstimulatorischen Substanzen zu transduzieren.

Das Ziel dieses Projekts ist die Herstellung und Evaluation von rekombinanten, replikations-inkompetenten Coronaviren, die sowohl Modelltumorantigene als auch kostimulatorische Substanzen spezifisch in dendritische Zellen transferieren können. Die Studien beinhalten die in vivo Anwendung der rekombinanten Coronaviruspartikel als onkolytischen Tumorimpfstoff in relevanten Mausmodellen und die Weiterentwicklung des Systems zur Anwendung im Menschen.
(Wilhelm Sander-Stiftung, 18.01.2008 - NPO)
 
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