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Donnerstag, 24.05.2012
Funktionskleidung gesundheitsbelastend?
Vier von sechs Textilien mit Triclosan versetzt
Im Kampf gegen Schweißgeruch werden immer mehr Textilien mit umstrittenen Chemikalien behandelt. Ein Test des Kölner eco-Umweltinstitutes im Aufttrag von Greenpeace hat in vier von sechs Textilien die antibakterielle Chlorchemikalie Triclosan nachgewiesen.

In dieser Radhose wurde Triclosan nachgewiesen
In dieser Radhose wurde Triclosan nachgewiesen
© MMCD
Die Profi-Rad-Caprihose von Tchibo, das Langarmhemd Thermolite AirX von Rukka, die Strumpfhose Montreal von Cette und ein Badeanzug der Firma Solar waren mit einem so genannten "eingebauten Deodorant" der Schweizer Firma Sanitized ausgestattet, welches das Wachstum von Geruch bildenden Bakterien hemmen soll. Die Textilien enthielten Triclosan in Konzentrationen von bis 500 Milligramm pro Kilogramm Textil.

Die EU stuft das Dauergift aus der Gruppe der Chlorphenole als "umweltgefährdend" ein. Zwar fehlen Grenzwerte für Triclosan in Kleidung, nach Ansicht von Experten gelten Werte ab 400 Milligramm pro Kilo jedoch als "erhebliche" Menge. "Triclosan ist überflüssig und belastet die Gesundheit", urteilt der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter, schon aus Vorsorgegründen gehöre es verboten. Die EU müsse den Konsumenten solch problematische Substanzen durch das neue Chemikaliengesetz REACH vom Leibe halten.

Triclosan greift den natürlichen Schutzmantel der Haut an, weil die Substanz auch nützliche Keime tötet, bestätigt Prof. Dr. Uwe Wollina, Chefarzt der Hautklinik Dresden. "Eine unspezifische Reduktion der Bakterienzahl auf der Haut ist bei gesunden Menschen von zweifelhaftem Wert", schreibt der Dermatologe in einer Stellungnahme für das Hamburger Greenpeace Magazin.

Obwohl die Firma Sanitized argumentiert, ihr Produkt sei fest mit der Faser verbunden und ein Einfluss auf die Hautflora könne "praktisch ausgeschlossen" werden, zeigt ein zweiter Test des eco-Institutes, dass Triclosan durch Schweiß bereits nach einer Stunde aus der Faser gelöst wird - es also auf der Haut landet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (BfR) will in einer Anhörung mit Textil- und Chemieverbänden den ausufernden Einsatz von Triclosan in Kleidung hinterfragen. "Waschen, trocknen, luftig halten" reiche gegen Schweißgeruch völlig aus, erklärte BfR-Experte Wolfgang Lingk.

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