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Dienstag, 17.01.2017
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Neues Dickmacher-Gen enthüllt

Genvariante erhöht Adipositas-Risiko deutlich

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. Daher hadern manche Menschen jetzt mit ihrem Wunschgewicht. Aber die Ursache für die überflüssigen Pfunde kann auch in den Genen liegen. Fast fünfzig Prozent der Bevölkerung besitzen eine genetische Variante, die das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit im Kindes- und Erwachsenenalter deutlich erhöht. Das haben deutsche Forscher jetzt herausgefunden. Sie berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „PLos ONE“.
DNA-Analyse

DNA-Analyse

Das Team um Dr. Anke Hinney und Professor Dr. Johannes Hebebrand von der Universität Duisburg-Essen analysierte bei 487 adipösen Kindern und 442 normalgewichtigen Kontrollen erstmalig insgesamt knapp 500.000 Genvarianten im menschlichen Erbgut und fanden dabei einen neuen „Dickmacher“ namens "rs1121980".

Gezielt hatten die Wissenschaftler nach Veränderungen gesucht, die bei Personen mit Übergewicht vermehrt auftreten und entdeckten dabei eine Erbgut-Veränderung im so genannten FTO-Gen, das maßgebliche für die Entwicklung von Übergewicht verantwortlich ist.

Zunächst wurde von mehreren internationalen Forschergruppen ein Zusammenhang dieses Gens mit der so genanntem Altersdiabetes, dem Typ 2 Diabetes mellitus, beschrieben. Es stellte sich aber bald heraus, dass dieser Zusammenhang nicht für Altersdiabetes, sondern für Übergewicht relevant ist. So konnte an insgesamt 38.759 Personen gezeigt werden, dass die mögliche Ausprägung der Genvariante „rs1121980“ mit einem 31 Prozent erhöhten Risiko verbunden ist übergewichtig zu werden. Die cirka 20 Prozent der Erwachsenen, die reinerbig für die Gen-Ausprägung sind, wiegen fast drei Kilo mehr als Personen, die diese nicht geerbt hatten.


Übergewicht liegt in den Genen


Zu cirka 60 Prozent wird durch das Erbgut bestimmt, ob eine Person Übergewicht oder gar eine Adipositas entwickelt. Einige Gene, die das Gewicht regulieren, sind schon bekannt. „Die Rolle der Lebensumstände darf dabei natürlich auch nicht unterschätzt werden. Die Genvariante rs1121980 allein macht nicht dick“, stellt Hebebrand klar. „Erst durch die Kombination mit weiteren Genvarianten beziehungsweise Umweltfaktoren, wie geringer Bewegung und kalorienreicher Ernährung, kommt es zu einer starken Gewichtszunahme.“

Um weitere genetische Ursachen für Übergewicht und Adipositas zu identifizieren wollen die Forscher die Untersuchungen weiterführen. „An die Aufklärung der molekularen Mechanismen knüpfen wir die Hoffnung, letztendlich neue Therapien für Menschen mit Übergewicht entwickeln zu können“, erklärt Hebebrand, der auch das Adipositas-Netz koordiniert.
(idw - Universität Duisburg-Essen, 07.01.2008 - DLO)
 
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