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Freitag, 21.07.2017
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Intelligente RNA bringt Tumorzellen zum Schweigen

Neue Technologie zur Krebstherapie entwickelt

Die Idee ist im Grunde ganz einfach: Ein Medikament gelangt in Form einer Spritze in den Körper und wandert anschließend in genau die Körperzellen, in denen es wirken soll - Nebenwirkungen praktisch ausgeschlossen. Unmöglich? Keineswegs. Jenaer Forscher sind jetzt bei der Lösung dieses Problems einen entscheidenden Schritt weitergekommen.
Brustkrebszelle

Brustkrebszelle

Sie haben ein Verfahren entwickelt und patentieren lassen, das es erlaubt, jede beliebige Art von Körperzellen zielgenau anzusteuern und deren Stoffwechsel zu beeinflussen. Der Trick dabei: Die verabreichten Substanzen wandern zwar unspezifisch in jede Zelle, werden aber nur in ganz bestimmten Zellen aktiviert und entfalten ihre Wirkung nur dort.

Die Forscher um Dr. Tobias Pöhlmann vom Plazenta-Labor der Friedrich-Schiller-Universität Jena verwenden für ihre neue Technologie spezielle Ribonukleinsäuren (RNA). Diese „small interfering RNA“-Moleküle (engl.: kleine, interferierende RNA) werden dazu benutzt, bestimmte Gene „zum Schweigen zu bringen“ – „RNA-Silencing“.

„Damit wären siRNA-Moleküle prinzipiell gut geeignet, Tumorzellen abzutöten - indem man mit ihrer Hilfe einfach überlebenswichtige Gene in den Krebszellen ausschaltet“, erläutert Pöhlmann das Prinzip. Das Problem bisher: „siRNA wirkt nicht nur spezifisch in den Tumor- sondern prinzipiell in jeder anderen Körperzelle auch“, verdeutlicht der Biologe, was eine Anwendung der siRNAs in der Humanmedizin bisher verhindert.


Ein Schloss für die siRNA


Pöhlmann und seinem Team ist es nun gelungen, die siRNA-Moleküle mit einem speziellen „Schloss“ auszustatten, dessen „Schlüssel“ sich nur in den gewünschten Zielzellen befindet. Die siRNA wird also nur in den gewünschten Zellen aktiviert.

Ihre „intelligenten siRNA-Moleküle“ wollen die Wissenschaftler der Jenaer Universität nun bis zur Marktreife weiterentwickeln und eine Firma - die Science and MedService GmbH - aus der Universität ausgründen. Neben Pöhlmann und seinen Kollegen Dr. Udo Markert, Dr. Lydia Seyfarth und Dr. Diana Imhof sind an dem Projekt die Chemikerin Sandra Köhn, die Mediengestalterin Bettina Ruhland und der Wirtschaftswissenschaftler Werner Dörrzapf beteiligt.

Investoren und Sponsoren gesucht


Erste wissenschaftliche und wirtschaftliche Kontakte haben die Unternehmensgründer aus dem Plazenta-Labor im vergangenen Jahr bereits auf den Messen „Biotechnica“ und „Medica“ geknüpft. Doch auch darüber hinaus suchen sie Mitstreiter. „Zum einen wollen wir universitäre Partner gewinnen, um unsere Technologie für ein möglichst breites Feld von Anwendungen zu nutzen“, so Pöhlmann. Zum anderen gehe es im kommenden Jahr vor allem darum, Investoren und Sponsoren zu akquirieren, um die Unternehmensgründung voranzutreiben.
(idw - Universität Jena, 07.01.2008 - DLO)
 
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