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Samstag, 16.12.2017
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Neuer Kontrolleur für das Immunsystem entdeckt

Wie die Abwehr auf Kurs gebracht wird

Das menschliche und auch das tierische Immunsystem sind für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich. Allerdings müssen diese Abwehrmechanismen genau gesteuert werden, um Angriffe gegen den eigenen Körper zu verhindern und die Immunantwort nach getaner Arbeit zu bremsen. Essener Forschern ist es nun gelungen, ein neues „Steuerelement“ zu identifizieren, das an der Kontrolle des Immunsystems beteiligt ist.
Zellen der Immunabwehr

Zellen der Immunabwehr

Von dieser Entdeckung versprechen sie sich, dass künftig verschiedene chronische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen effektiver behandelt werden können.

Aufgabe des Immunsystems ist die Abwehr einer Vielzahl von eindringenden Pathogen wie Bakterien und Viren. Daran ist eine ganze Reihe von Immunzellen beteiligt, die in einem komplexen Wechselspiel spezielle Aufgaben erfüllen. Allerdings muss auch gewährleistet sein, dass der Köper zwischen gut und böse sowie zwischen selbst und fremd unterscheiden kann.

Tregs als Kontrolleinheiten


„Wird das Immunsystem fehlgeleitet so kann es zu chronischen Entzündungen, aber auch Angriffen auf körpereigenes Gewebe, den so genannten Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ I oder rheumatische Arthritis kommen“ erklärt Professor Dr. Jan Buer vom Essener Universitätsklinikum in der Fachzeitschrift Journal of Immunology.


Daher sind spezifische Kontrolleinheiten, die die Immunreaktionen hemmen, unverzichtbar. Zu diesen Kontrolleuren gehören die so genannten regulatorischen T-Zellen, auch Tregs genannt, die die Aktivität ihrer kämpfenden Pendants hemmen.

Erfolge im Tierversuch


In seiner aktuellen Studie beschreibt das Team um Buer und Dr. Wiebke Hansen eine neue Gruppe dieser speziellen Tregs, die in der Lage sind, die Abwehrmaschinerie des Immunsystems zu kontrollieren und die sich gleichzeitig gravierend von den bisher bekannten unterscheiden. Bislang konnten Tregs anhand eines bestimmten Proteins erkannt werden, dem eine maßgebliche Rolle bei der hemmenden Funktion der Tregs zugesprochen wird.

„Trotz des Fehlens dieses Moleküls waren die von uns identifizierten regulatorischen T-Zellen in der Lage chronische Entzündungen des Darmes in der Maus zu verhindern“, so Hansen. Somit konnten die Forscher einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der regulatorischen T-Zellen leisten.
(idw - Universitätsklinikum Essen, 04.01.2008 - DLO)
 
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