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Dienstag, 25.07.2017
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Hörnchen tarnen sich mit Schlangenduft

Zerkaute Schlangenhaut als Verteidigungsstrategie

Um nicht von ihren Fressfeinden, den Klapperschlangen, aufgespürt zu werden, tarnen sich kalifornische Erdhörnchen selbst als gefährliche Prädatoren: Sie zerkauen die abgelegte Haut von Schlangen und schmieren sich deren Geruch durch Lecken in das Fell.
Erdhörnchen kaut auf Schlangenhaut herum

Erdhörnchen kaut auf Schlangenhaut herum

Barbara Clucas, Biologin an der Universität von Kalifornien in Davis beobachtete für ihre jetzt in der Fachzeitschrift “Animal Behaviour” erschienene Studie sowohl Erdhörnchen (Spermophilus beecheyi) als auch eine verwandte Hörnchenart (Spermophilus variegates). Sie stellte fest, dass besonders die erwachsenen Weibchen und jungen Hörnchen häufig „Schlangenparfum“ auflegten, indem sie die abgelegte Haut von Schlangen kauten und auf ihrem Fell verteilten.

Der Geruch maskiert offenbar den eigenen Körpergeruch der Tiere und schützt sie damit vor Schlangen besonders dann, wenn sie nachts in ihren Höhlen schlafen. Die Beute suchenden Schlangen lassen sich offenbar täuschen, glauben, die Höhle ist von einem Artgenossen belegt und verzichten darauf, sie näher in Augenschein zu nehmen.

„Die Hörnchen sind jedoch keineswegs auf die Nutzung von Schlangenhaut beschränkt”, erklärt Donald Owings, Professor für Psychologie und Mitautor der Studie. Sie nehmen auch Schlangengeruch vom Boden und anderen Oberflächen auf und wälzen sich darin. Ein ähnliches Verhalten ist auch von anderen Nagetieren bekannt.

Zudem ist auch der Schlangenduft nur ein Teil einer bemerkenswerten Auswahl von Verteidigungsstrategien, die die Hörnchen gegenüber Klapperschlangen einsetzen: Sie erkennen am Rasseln genau, wie gefährlich eine Schlange ist, können ihren Schwanz aufheizen, um dem Wärmesinn der Schlangen eine Warnung zu senden und greifen durchaus auch selbst Schlangen an. Zudem sind sie zum Teil gegen das Schlangengift immun.
(National Science Foundation, 28.12.2007 - NPO)
 
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