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Donnerstag, 27.07.2017
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Die Wirbelsäule von Frauen ist anders

Stärker ausgeprägte Lendenwirbelbiegung als Anpassung an die Schwangerschaft

Die Wirbelsäule von Frauen unterscheidet sich von denen der Männer. Ihre typische Krümmung im Lendenwirbelbereich ist großflächiger, das weisen amerikanische Anthropologen jetzt in der Fachzeitschrift „Nature“ nach. Wie sie berichten könnte dies eine Anpassung an die Belastungen der Schwangerschaft sein, die die ersten aufrecht gehenden Frühmenschen ausbildeten.
Aufnahme einer Wirbelsäule - vermutlich eines Mannes

Aufnahme einer Wirbelsäule - vermutlich eines Mannes

Die Wirbelsäule des Menschen ist einzigartig. Ihre typische S-Form mit einer Wölbung nach hinten im Brustbereich und einer Krümmung nach vorne im Lendenbereich entwickelte sich erst mit der Evolution des aufrechten Gangs. Doch damit nicht genug: Jetzt haben Forscher der Universität von Texas festgestellt, dass diese zweite Krümmung der Lendenwirbelsäule sich zudem auch noch bei Frauen und Männern unterscheidet. Bei Frauen sind an der Krümmung mehr Wirbel beteiligt als bei Männern, zudem sind die Gelenke zwischen den Wirbeln größer und stehen in einem leicht anderen Winkel.

Unterschied schon beim Australopithecus


Dieser Unterschied existiert wahrscheinlich bereits seit mindestens zwei Millionen Jahren. Denn Vergleichsuntersuchungen an Vormenschenskeletten und Menschenaffen ergaben, dass sogar schon der Australopithecus, der in Afrika lebende aufrecht gehende Vormensch, schon diese geschlechtsspezifische Krümmung aufwies. Bei Schimpansen dagegen fehlt sie. Nach Ansicht der Forscher ist dies ein Hinweis darauf, dass der aufrechte Gang eine Schlüsselrolle für die Entwicklung dieser Eigenschaft spielte.

Anpassung an Gewicht des Bauches


„Die natürliche Selektion begünstigte diese Anpassung, weil sie die zusätzliche Belastung auf die Wirbelsäule einer Schwangeren reduziert“, erklärt Liza Shapiro, Anthropologin an der Universität von Texas, die die Studie mit ihrer Kollegin Katherine K. Whitcome, inzwischen an der Harvard Universität, durchführte. „Ohne diese Anpassung würde eine Schwangerschaft die Rückenmuskeln stärker strapazieren, ziemliche Schmerzen und Erschöpfung verursachen und hätte damit möglicherweise die Sammlertätigkeit und die Fähigkeit, vor einem Raubtier fortzulaufen, stark beeinträchtigt.“


„Jede Mutter kann bestätigen, wie unbequem es ist zu stehen und zu gehen und dabei das Gewicht des Bauches vor dem Körper balancieren zu müssen”, so Shapiro. „Dennoch zeigt unsere Arbeit, dass ihre Wirbelsäule bereits angepasst ist, um die Schwangerschaft sicherer und weniger schmerzhaft zu machen, als sie es ohne diese Anpassung wäre.“
(University of Texas, 14.12.2007 - NPO)
 
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