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Freitag, 19.03.2010
Auszeichnung für streitbaren Klimaforscher
Stefan Rahmstorf erhält Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe
Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gilt als einer der renommiertesten, aber auch unbequemsten Klimaforscher Deutschlands. Jetzt hat ihn die Umweltorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit dem Umwelt-Medienpreis ausgezeichnet. Der Ozeanograph und Klimatologe erhielt den Sonderpreis für seine Aufklärungsarbeit zum Klimawandel.

Klimaforscher Stefan Rahmstorf
Klimaforscher Stefan Rahmstorf
© Stefan Rahmstorf Klimaforscher Stefan Rahmstorf
Rahmstorf habe sich ein weltweites Renommee als Forscher erarbeitet und erläutere die menschliche Verantwortung für die globale Erwärmung überzeugend, klar und stets sachlich, hieß es in der Begründung. Sein Einsatz für die korrekte Berichterstattung in den Medien sei vorbildlich. Der Festakt zur Preisverleihung des 12. DUH-Umwelt-Medienpreises fand am 10. Dezember im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Berlin statt.

„Wir freuen uns sehr, dass seine sorgfältig recherchierte und gleichzeitig allgemeinverständliche Darstellung der Klimaproblematik mit dem Medienpreis die gebührende Anerkennung findet“, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK.

Klimaaufklärung - für Laien verständlich
Neben über 50 Publikationen in Fachzeitschriften, 14 davon in den renommierten Wissenschaftsmagazinen „Nature“ und „Science“, hat Rahmstorf Artikel für Tageszeitungen und populärwissenschaftliche Zeitschriften geschrieben und zwei Bücher veröffentlicht: 2006 erschien „Der Klimawandel“, eine gemeinsam mit Hans Joachim Schellnhuber auch für Laien verständlich geschriebene Zusammenfassung der Klimaproblematik. In diesem Jahr veröffentlichte Rahmstorf gemeinsam mit der US-amerikanischen Meeresbiologin Katherine Richardson das Buch „Wie bedroht sind die Ozeane?“ über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere.

Stefan Rahmstorf ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung und der Academia Europaea. Als Leitautor hat er maßgeblich zu dem in diesem Jahr erschienenen vierten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Fourth Assessment Report, AR4) beigetragen.

Unbequemer „Richtigsteller“
In der Mediendiskussion um den Klimawandel tritt Rahmstorf engagiert – und durchaus streitbar - für sachlich korrekte und wissenschaftlich seriöse Argumente ein. Rahmstorf hat sich stets gleichermaßen gegen Übertreibungen des Klimaproblems wie gegen seine Verharmlosung durch Interessengruppen gewandt. Dafür musste er zwar bereits einiges an Kritik von verschiedenen Seiten einstecken, angesichts der Bedeutung der Thematik lässt sich der engagierte FORscher dadurdh jedoch nicht bremsen.

Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit ist die Rolle der Meeresströmungen bei Klimaänderungen. 1999 wurde er von der amerikanischen McDonnell-Stiftung mit einem Förderpreis in Höhe von einer Million Dollar ausgezeichnet. Seit 2000 lehrt er als Professor im Fach Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. In diesem Jahr wurde er zudem zum Honorary Fellow der University of Wales ernannt.

Die DUH verleiht den Umwelt-Medienpreis seit 1996 jährlich „für herausragende Leistungen bei der journalistischen, schriftstellerischen und sonstigen medialen Auseinandersetzung mit der Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen“. Die Auszeichnung sei ein Dankeschön an Persönlichkeiten, die die deutsche Medienlandschaft mit Beiträgen zu Natur- und Umweltthemen bereichern. Die DUH ist ein gemeinnütziger und unabhängiger Verband für den Natur- und Umweltschutz.
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