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Freitag, 20.01.2017
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Halbzeitbilanz in Bali

Deutsche Delegation zuversichtlich, Umweltorganisation fordert mehr Engagement der Industrieländer

Die erste Woche der Klimakonferenz in Bali ist vorbei, erste Bilanzen werden gezogen. Und diese fallen äußerst unterschiedlich aus: Während die deutsche Delegation zuversichtlich in die zweite Woche geht, befürchten Umweltorganisationen eine Blockade der Fortschritte durch die Industrieländer.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Am Ende der ersten Verhandlungswoche hat der Leiter der deutschen Delegation, Karsten Sach, eine verhalten positive Zwischenbilanz gezogen. Er betonte besonders die konstruktive Atmosphäre der Gespräche und zeigte sich zuversichtlich für die kommende Woche. Ab Mittwoch werden die Verhandlungen der knapp 190 Staaten auf Ministerebene fortgeführt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wird dann die deutsche Delegation leiten.

Von konstruktiv...


„Die erste Woche war von konstruktiven Beratungen geprägt“, sagte Sach. Der Beitritt Australiens zum Kyoto-Protokoll unmittelbar vor Beginn der Konferenz auf Bali habe den Verhandlungen einen positiven Impuls gegeben. Die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen zum Klimaschutz werde offenbar weltweit anerkannt. Als positives Zeichen wertet die deutsche Delegation die Haltung Chinas. Das Land habe zum ersten Mal Verhandlungen über zusätzliche eigene Verpflichtungen anerkannt. Zugleich habe China aber einen verstärkten Technologietransfer durch die Industrieländer eingefordert.

...bis pessimistisch


Weitaus weniger positiv bewertet allerdings die Umweltorgansation World Future Council die Entwicklungen. Die Organisation warf am Samstag den Delegierten der Industriestaaten, vor allem aber den USA und Kanada, vor, die Klimaverhandlungen auf Bali zu blockieren. Entgegen den Prinzipien der Klimarahmenkonvention, die eine bedingungslose Reduktion von Emissionen in den Industrieländern fordert, wollen sie verbindliche Klimaschutzziele an Zugeständnisse der Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien knüpfen.


Ihrer Ansicht nach werde damit die Verantwortung für Erfolg oder Nichterfolg der Konferenz den Ländern zugeschoben, die am wenigsten zu der Erderwärmung beigetragen haben. Der World Future Council forderte die zur zweiten Verhandlungswoche anreisenden Umweltminister der Industriestaaten auf, als Hauptverursacher des Klimawandels endlich Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehöre, dass auf Bali klare Vereinbarungen zur massiven Förderung umweltfreundlicher Technologien in den Entwicklungsländern verabschiedet würden. Außerdem müsse eine ausreichende Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen in den am meisten vom Klimawandel betroffenen Ländern beschlossen werden. Hier lägen die Industrieländer weit hinter ihren bestehenden Zusagen zurück.

Deutsche Delegation geht zuversichtlich in die zweite Woche


Sach dagegen zeigte sich zuversichtlich, dass das Ziel der Bali-Konferenz, ein Mandat für Verhandlungen zu einem neuen Klimaschutzabkommen in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls, erreicht werden könne. Ziel sei es, das neue Abkommen im Jahr 2009 zu verabschieden, damit es 2013 nach dem Ablauf der ersten Phase des Kyoto-Protokolls in Kraft treten kann. Die Europäische Union strebt einen ehrgeizigen Nachfolgevertrag an, in dem das Ziel benannt wird, die Emissionen der Industriestaaten bis zum Jahr 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber dem internationalen Basisjahr 1990 zu begrenzen.

Mehr zur Klimakonferenz hier
(BMU, World Future Council, 10.12.2007 - NPO)
 
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