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Freitag, 20.01.2017
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Mikroben als Kosmopoliten

Per Anhalter mit Darwins Staub

Bakterien und Pilze können per Luftfracht ganze Kontinente überwinden und lange Zeit überdauern. Wissenschaftler haben staubhaltige Luftproben analysiert, die bereits Charles Darwin sammelte und bestätigt, dass der Staub bereits damals als Transportmittel für Mikroben diente. Diese Erkenntnis eröffnet einen Blick auf die globalen Verbreitungsmöglichkeiten auch von Mikroben.
Sandsturm aus der Sahara

Sandsturm aus der Sahara

Anna Gorbushina von der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg, Professor William Broughton von der Universität Genf und ihre Kollegen hatten Staubproben analysiert, die der Naturforscher Darwin vor fast 200 Jahren eingesammelt hatte. Geochemische Analysen zeigten, dass diese Proben vom Wind verfrachteten Staub aus Westafrika enthielten, der teilweise bis in die Karibik verdriftet war. In den Proben fanden sich zudem auch unterschiedliche Mikroben, darunter Bakterien und Pilze, die nicht nur die Jahrhunderte überdauert hatten, sie hatten auch die Reise über den Atlantik unbeschadet überstanden.

Dass Staubstürme aus der Sahara Partikel bis nach Mittelamerika wehen, ist nichts Neues. Jedes Jahr werden so rund 50 Millionen Tonnen Staub bis zum Amazonas transportiert. Als größte Staubquelle der Erde gilt dabei die Bodélé Senke im nördlichen Tschad. Während der hier aufgewirbelte Sand schnell wieder zu Boden sinkt, werden die feinen, weniger als zehn Mikrometer großen Teilchen mit den Passatwinden über den Atlantik geweht.

Mikroben nicht schuld am Korallensterben?


Schon seit längerem beobachten Forscher diese Verwehungen genau, da der Verdacht besteht, dass mit den huckepack reisenden Mikroben auch Krankheiten transportiert werden könnten. Nach Ansicht von Broughton allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass einige der neueren Phänomene, wie beispielsweise das Korallensterben in der Karibik, mit diesem Phänomen in Verbindung stehen.


„Offensichtlich ist die interkontinentale Verbreitung von Mikroorganismen bereits seit sehr langer Zeit im Gange“, so der Forscher. „Desaster wie das Korallensterben in der Karibik sind aber neu und können daher eher nicht den Mikroben zugeschrieben werden. Viel wichtiger findet der Wissenschaftler die grundsätzlichen Schlüsse, die seine Studie zulässt: „Diese Funde verbessern enorm unser Verständnis einer planetaren mikrobiellen Ökologie“, so Broughton.
(Wiley-Blackwell, 05.12.2007 - NPO)
 
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