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Freitag, 10.02.2012
Fischsaurier bei Tübingen entdeckt
Fischsaurierfriedhof von Eislingen ist weltweit einmalig
Vor rund 180 Millionen Jahren war Deutschland kein Festland, sondern Teil eines sich weit ausdehndende flachen Meeres. Spuren dieser Zeit haben jetzt Ausgrabungen in Eislingen in Baden-Württemberg zu Tage gefördert. Unter den Funden sind neben Fischsaurierresten auch vorzeitliche Haie und das Skelett eines Plesiosaurus.

Plesiosaurus
Plesiosaurus
© Early image
In den Jahren 2002 und 2003 wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes zwischen der Kreisarchäologie Göppingen und dem Institut für Geowissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen mehrere Ausgrabungen im Bereich des Fischsaurierfriedhofs von Eislingen durchgeführt. Bei den Untersuchungen der Vorjahre im Bereich der immer noch im Bau befindlichen B 10-Trasse konnten 17 Fischsaurier lokalisiert und größtenteils geborgen werden.

Zur Überraschung der Wissenschaftler befinden sich unter den weit über 1.000 Knochenfunden der jetzt abgeschlossenen Grabungskampagne 2004 nicht alleine Fischsaurierreste, sondern erstmals auch zahlreiche Skelettelemente von Krokodilen, Haien und einem der überaus seltenen Plesiosaurier.

Nach bisherigem Kenntnisstand hat sich die Gesteinsschicht, aus der diese Funde stammen, vor 181 Millionen Jahren am Grund des Jurameeres gebildet und ist somit jünger als der Posidonienschiefer von Holzmaden. Zudem machen erstaunliche Neufunde aus Bartenbach deutlich, dass die Anreicherung von Saurierresten in dieser Schicht viel weiträumiger ist als bisher angenommen: Der Eislinger Fischsaurierfriedhof dürfte eine Fläche von mehreren Quadratkilometern umfassen und ist somit weltweit einzigartig.

Die bisher durchgeführten mikropaläontologischen und geochemischen Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass der Tod dieser Tiere mit einer Ökokatastrophe in Zusammenhang steht.
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