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Freitag, 26.05.2017
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Gestillt werden macht schlau

Muttermilch fördert Intelligenz - aber nur bei bestimmter Gen-Konstellation

Stillen fördert die Intelligenz des Nachwuchses – zumindest dann, wenn die Säuglinge eine spezielle Gen-Variante tragen. Das berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences”. Das Gen verbessert die Verstoffwechselung bestimmter Milchkomponenten.
Kleinkind

Kleinkind

„Die genetische Variante betrifft das FADS2-Gen, ein Gen, das an der Kontrolle des Fettstoffwechsels beteiligt ist“, erklärt Julia Kim-Cohen von der Yale Universität. Gemeinsam mit Kollegen des King’s College in London, der Duke Universität in den USA und der Universität von Otago in Dunedin in Neuseeland hat sie an Zwillingen den Einfluss von Genen auf den IQ untersucht. „Die Genvariante hilft den Kindern möglicherweise, die Muttermilch besser zu nutzen und fördert so die Hirnentwicklung und in Verbindung damit auch einen höheren IQ.“

Den Ausgangspunkt der Studie bildete die Frage, wie langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in der Muttermilch, nicht aber in Kuhmilch vorhanden sind, verstoffwechselt werden. Schon zuvor standen diese Fettsäuren im Verdacht, die kognitive Entwicklung zu fördern, da sie zum einen bei Wachstum und Regeneration von Gehirnzellen eine wichtige Rolle spielen, zum andern an der effizienten Signalübertragung im Gehirn beteiligt sind.

Die Wissenschaftler führten an 1.037 Kindern in Neuseeland und 1.116 Familien mit gleichgeschlechtlichen Zwillingen in England und Wales IQ-Tests durch, analysierten sie auf ihre Genvariante hin und befragten die Mütter danach, ob sie ihre Kinder gestillt hatten. Es zeigte sich, dass die Kinder, die sowohl die Genvariante aufwiesen als auch Muttermilch erhalten hatten im Durchschnitt einen 5,6 bis 6,3 Punkt höheren Intelligenzquotienten hatten als Kinder, die zwar gestillt wurden, denen aber das „richtige“ Gen fehlte.

„Die Ergebnisse haben zahlreiche Implikationen, auch für das Verständnis der Genetik“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Bisher ist die Forschung zu den Wechselwirkungen von Genen und Umwelt vor allem auf die Suche nach Genvarianten beschränkt gewesen, die gegenüber Umweltschadstoffe anfälliger machen. Aber Gene sind nicht nur an Krankheiten beteiligt. Hier haben wir gezeigt, dass eine genetische Variante auch eine positive Reaktion auf gesundheitsfördernde Einflüsse verstärken kann.“
(Yale University, 07.11.2007 - NPO)
 
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