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Samstag, 21.01.2017
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Fossile Spinne erwacht zum Leben

Detailreiche 3D-Aufnahmen geben neue Einblicke in Bernsteinfossilien

Eine 50 Millionen Jahre alte Spinne ist zu neuem Leben erwacht – als hochaufgelöstes dreidimensionales Bild. Dafür haben Wissenschaftler eine eigentlich für medizinische Diagnosen genutzte Technologie „zweckentfremdet“ und angepasst.
3D-Aufnahmen eines 53 Millioen Jahre alten, in Bernstein konservierten Spinnenmännchens.

3D-Aufnahmen eines 53 Millioen Jahre alten, in Bernstein konservierten Spinnenmännchens.

David Penney von der Universität von Manchester in Großbritannien und Kollegen von der Universität von Gent in Belgien haben erstmals die so genannte „Very High Resolution X-Ray Computed Tomography“ (VHR-CT)-Technologie eingesetzt, um damit digital fossile Organismen zu sezieren. Die VHR-CT-Technologie wurde ursprünglich für medizinsche Diagnostik entwickelt. „Die Technologie erzeugt im Prinzip komplette 3D-Rekonstruktionen von winzigen Fossilien“, erklärt Penney. „Damit ermöglicht sie auch einen Blick auf den Erhaltungszustand der inneren Organe.“

Die Wissenschaftler sind darauf spezialisiert, Spinnen zu erforschen, die vor Millionen von Jahren in Bernstein gefangen und damit bis heute konserviert wurden. Die nun erforschte Spinne, ein männliches Exemplar der Art Cenotextricella simoni, ist rund 53 Millionen Jahre alt und ünberdauerte in einem Bernsteinklumpen, der im Pariser Becken in Frankreich gefunden wurde.

„Bernstein bietet uns ein einzigartiges Fenster in Waldökosysteme der Vergangenheit“, so Penney. „Es konserviert eine unglaubliche Menge an Informationen, nicht nur über die Spinnen, sondern auch über die Umwelt, in der sie lebten.“ Nach Ansicht des Forschers hat die neue Technologie das Potenzial, das Studium solcher Bernsteininklusen zu revolutionieren.


Bis vor kurzem war die Universität von Texas der einzige Ort weltweit, an dem solche Scans durchgeführt werden konnten, aber mit weitaus geringerer Auflösung. Die belgischen Forscher haben nun das Verfahren so verbessert, dass sie noch feinste Details ausmachen können.
(Manchester University, 02.11.2007 - NPO)
 
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