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Donnerstag, 19.10.2017
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Frühwarnsystem für Algen

Holzforscher sehen Befall an Hausfassaden voraus

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Weniger gern gesehen wird sie dagegen an Häuserfassaden. Gerade dort breitet sich das Grün jedoch in Form von Algenwachstum immer mehr aus. Fraunhofer-Forscher können nun vorausberechnen, ob und wann ein Hausbesitzer mit diesen Mikroorganismen rechnen muss. Damit können Verbraucher künftig verlässlich die Qualität von Hausputzen hinsichtlich ihrer Algenresistenz beurteilen.
Algenbefall

Algenbefall

Ein Grund für das starke Algenwachstum ist die vermehrte Nutzung von Dieselfahrzeugen. Die ausgestoßenen Stickoxide lagern sich auf Fassaden ab und dienen den unerwünschten Mitbewohnern als Nahrungsquelle. Ein weiterer Grund ist die bessere Dämmung vieler Gebäude. Sie führt zu kälteren Wandaußenflächen, auf denen Wasser kondensiert. Diese Feuchtigkeit birgt einen idealen Lebensraum für Algen.

Wie Algen-resistent ist die Hausfassade?


Bauherren wüssten natürlich gern, wie wahrscheinlich und innerhalb welches Zeitraums auf ihrem Putz Algen zu erwarten sind, um gegebenenfalls auf ein alternatives Produkt auszuweichen. Für derartige Prognosen entwickeln die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), derzeit ein Verfahren. Es qualifiziert Putze schnell und verlässlich.

Algen auf einer Putzfassade

Algen auf einer Putzfassade

Die Braunschweiger Forscher planen hierfür die Einführung eines Klassifikationsschemas, ähnlich der Einteilung von Kühlschränken in Energieeffizienzklassen. Bauherren hätten auf einen Blick eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der Algenresistenz ihrer Hausfassade.


Ein Putz wird dabei in zwei Schritten bewertet. Zunächst wird untersucht, ob und wenn ja in welcher Menge und für welchen Zeitraum der Putz an seiner Oberfläche Feuchtigkeit bildet. Ein zweiter Untersuchungsschritt erlaubt Rückschlüsse darauf, ob der Putz unter Umständen Substanzen enthält, die ein Algenwachstum verhindern.

Erste Test erfolgreich


Erste Versuchsreihen liefern bereits überzeugende Ergebnisse und lassen eine zügige Marktreife dieses Verfahrens erwarten. Damit stünde der Putzindustrie in zuverlässiges Qualitätskriterium zur Verfügung. Es ließe sich offensiv vermarkten und hielte den Wettbewerb der Billiganbieter auf Distanz.

In einem zusätzlichen Schritt kann dann noch die Frage beantwortet werden, ob die unmittelbare Umgebung eines Bauobjekts ein Algenwachstum erwarten lässt. In diesem etwas aufwändigen Verfahren müssen allerdings viele komplexe Randbedingungen berücksichtigt werden, so dass es voraussichtlich zunächst größeren und kommerziellen Bauvorhaben vorbehalten bleiben dürfte.
(idw - Fraunhofer-Gesellschaft, 29.10.2007 - DLO)
 
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