Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Blick auf das stellare Leben nach dem Tod
Röntgenteleskop Chandra rekonstruiert Details einer klassischen Sternenexplosion
Wenn ein Stern stirbt, ist damit noch lange nicht Schluss – ganz im Gegenteil. Eine neue, extrem detailreiche Aufnahme des NASA-Röntgenteleskops Chandra hat nun enthüllt, wie komplex das stellare „Leben nach dem Tod“ ist. Denn die Relikte einer Sternenexplosion sind es, die die Bausteine für eine zukünftige Generation von Sternen und Planeten liefern.
In einer Entfernung von 20.000 Lichtjahren von der Erde liegt G292.0+1.8. Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich eine von drei Supernovarelikten der Milchstraße, von denen die Astronomen wissen, dass sie große Mengen an Sauerstoff enthält. Für die Astronomen ist diese Supernova besonders interessant, da sie als ein Paradebeispiel für die Hinterlassenschaft eines Sternentods gilt.

Supernovarelikt G292.0+1.8
Supernovarelikt G292.0+1.8
© NASA/CXC/Penn State/S. Park et al, Palomar/DSS Supernovarelikt G292.0+1.8
Die neue Aufnahme des Röntgenteleskops Chandra enthüllt nun erstmals die unglaublich komplexe Struktur dieser stellaren Explosionsreste. Sie zeigt ein sich schnell ausdehnendes, fein strukturiertes Trümmerfeld, dass neben Sauerstoff auch Elemente wie Neon und Silizium enthält. Sie wurden vom todgeweihten Stern ausgeschleudert, bevor er explodierte. “Wir stellen fest, dass, ähnlich wie Schneeflocken, auch jede Supernova auf seine eigenen Weise kompliziert und schön ist“, erklärt Sangwook Park von der Penn State Universität, der die jetzt in der Fachzeitschrift „Astrophysical Journal Letters“ veröffentlichte Studie leitete.

Asymmetrische Explosion
Die Wissenschaftler kartierten im Rahmen ihrer Untersuchung unter anderem das Muster der Röntgenstrahlen in verschiedenen Energiebereichen. Sie gibt Aufschluss über die Verteilung der Elemente, die in der Supernova ausgeschleudert wurden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Explosion nicht symmetrisch war. So sind Silizium und Schwefel (im Bild blau) im von der Erde aus gesehen oberen rechten Bereich des Supernovarests besonders häufig, Sauerstoff (orange-gelb) dagegen eher unten links. Da diese Elemente bei jeweils unterschiedlichen Temperaturen beginnen zu strahlen, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Temperaturen im oberen rechten Bereich von G292.0+1.8 höher liegen als im Rest.

Ein weiteres Indiz einer asymmetrischen Explosion ist ein Pulsar, ein sehr dichter, schnell rotierender Neutronenstern, der als ein weiteres Relikt der Supernova übrig blieb. Denn er sitzt nicht im Zentrum des Explosionsrests, wo er ursprünglich entstand, sondern leicht nach unten und links verschoben. Der Rückstoß der „schiefen“ Explosion hat ihn offenbar aus dem Zentrum katapultiert.

Glühender Gürtel verrät Rotationsachse
Und noch ein weiteres spannendes Detail enthüllte das Röntgenteleskop: Einen hellen Gürtel aus Röntgenstrahlung, der sich quer über das Zentrum des Supernovarelikts erstreckt. Die Astronomen vermuten, dass er entstand als der sterbende Stern kurz vor seiner Explosion Material durch äquatoriale Winde nach außen ins All schleuderte. Die Ausrichtung des glühenden Gürtels zeigt zudem, dass der Stern offenbar vor und nach seiner Explosion die gleiche Rotationsachse behielt. Denn der so genannte Pulsar Windnebel, eine magnetisierte Blase von energiereichen Teilchen, die die Rotationsachse des Pulsars anzeigt, verläuft genau senkrecht zu diesem Gürtel.

„Die Entdeckung des Pulsars und seines Windes bestätigt, dass die Supernova, die den Neutronenstern entstehen ließ, durch den Kernkollaps eines massereichen Sterns entstand”, erklärt John Hughes von der Rutgers Universität, Koautor der Studie. „Die Möglichkeit, die Asymmetrie der ursprünglichen Explosion mithilfe von Röntgenaufnahmen zu untersuchen gibt uns eine leistungsfähige neue Technologie an die Hand um mehr über diese kataklysmischen Ereignisse zu erfahren.“
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Supernova, Stern, Explosion, Sternennebel, Supernovarelikt, Sternentod, Röntgenteleskop, Astronomie, Neutronenstern, Pulsar, Kosmos, Plasma, Milchstraße
Weitere News zum Thema
Supernova-Spur in fossilen Mikroben nachgewiesen (10.05.2013)
2,2 Millionen Jahre alte bakterielle Magnetit-Kristalle enthalten Eisen-Isotop aus Sternenexplosion
Kosmischer Gamma-Blitz setzt neuen Rekord (06.05.2013)
Ferner Gammastrahlen-Ausbruch war energiereicher und langanhaltender als jeder bisher beobachtete
Astronomen entdecken die älteste Typ 1a- Supernova (05.04.2013)
Sternenexplosion vor zehn Milliarden Jahren öffnet neues Fenster in das frühe Universum
Titandioxid erstmals im Weltall nachgewiesen (28.03.2013)
Riesenstern kurz vor seinem Tod produzierte große Mengen des Moleküls
Neuer Supernova-Typ entdeckt (27.03.2013)
Sternexplosion im Miniaturformat lässt Weißen Zwerg überleben
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Supernova
Sternennebel
Dossiers zum Thema
Von Riesen und Zwergen
Die Welt der Sterne
Im Kreißsaal der Sterne
Der Entstehung von Sternen auf der Spur
Die Milchstraße
Unsere chaotische Heimat
Vulkane im Kosmos?
Explodierende Galaxien
Kosmische Nebelschleier
Planetare Nebel geben Rätsel auf
Kannibalen im Kosmos
Fressen und Gefressen werden im Weltall
Superteleskope im Weltraum
Der Beginn einer neuen Ära
News des Tages
Blick auf das stellare Leben nach dem Tod
Nanoröhrchen als Drucksensoren
Streit um streitbaren Klimaforscher
Wie gesund isst Europa?
Stoppuhr für Elektronen-Wettrennen
Sommerzeit bringt die Innere Uhr durcheinander
Bücher zum Thema
Sternentstehung
Vom Urknall bis zur Sonne von Ralf Klessen
Kosmologie für helle Köpfe
Die dunklen Seiten des Universums von Harald Lesch
Das Erste Licht
Auf der Suche nach der Unendlichkeit von Richard Preston
Die Wunder des Nachthimmels
Alles über Sternbilder, Planeten und Galaxien von Bob Berman
Top-Clicks der Woche
1. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
2. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
3. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
4. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
5. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk