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Samstag, 25.03.2017
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Keine Chance mehr für EPO-Sünder?

Forscher entwickeln neues Analyseverfahren

Eines der am häufigsten verwendeten und leistungsfähigsten Dopingmittel ist das schwer nachweisbare Erythropoetin, kurz EPO. Wiener Wissenschaftler arbeiten nun an einem Analyseverfahren, um Dopingsündern auf die Spur zu kommen.
Proteinprobe mit EPO-Spritzen

Proteinprobe mit EPO-Spritzen

EPO-Präparate erhöhen die Produktion von roten Blutkörperchen, die ihrerseits wiederum mehr Sauerstoff im Blut transportieren. Der Organismus wird dadurch leistungsfähiger. Aus diesem Grund wurde EPO bereits seit Ende der 80iger Jahre als Dopingmittel vor allem in Ausdauersportarten wie dem Radsport missbraucht.

In Zeiten in denen es immer mehr „Kopien" von biotechnologisch hergestellten Arzneistoffen, so genannte Biosimilars, gibt, wird es auch schwieriger den Unterschied zwischen körpereigenem und biosynthetisch erzeugtem EPO nachzuweisen. Bis jetzt.

„Mit der MALDI-Massenspektrometrie, ein Verfahren, das zur zerstörungsfreien Desorption/Ionisierung von großen Molekülen, insbesondere Biopolymeren eingesetzt wird, vergleichen wir die täuschend ähnliche, ‚humanisierte’ Form von EPO mit der körpereigenen Substanz. Die zwei Proben unterscheiden sich entweder im Aufbau der Aminosäureketten und/oder der dazugehörigen Zuckerketten. Je nachdem welche Struktur diese Zuckerketten haben und an welcher Stelle sie gebunden sind, erkennen wir ob es sich um natürliches oder biosynthetisches EPO handelt", erläutert Professor Günter Allmaier vom Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU Wien.


Bisherige Methoden mit Schwächen


Bisherige Methoden, wie beispielsweise die isoelektrische Fokussierung, weisen mehrere Schwächen auf. Zunächst benötigt man bis zum Erhalt des Testergebnisses zwischen zwei und drei Tage. Die Methode gilt darüber hinaus als schwer automatisierbar und basiert auf Antikörpern, die EPO im Urin zwar nachweisen können, aber mitunter zu wenig spezifisch sind und die Struktur nicht genau genug detektieren.

Allmaier und seine Mitarbeiter konzentrieren sich nun auf die Suche nach geeigneten Analysenstrategien, die rekombinantes EPO direkt im Urin nachweisen können. Eine „Lab-on-Chip-Technologie" soll mit der laserbasierenden Flugzeitmassenspektrometrie verbunden werden. Nach anschließender Testphase rechnet Allmaier, dass das Verfahren etwa 2009 zur Patentreife gelangen könnte und eine wertvolle Unterstützung im Anti-Dopingkampf liefern würde. Allmaier: „Der wesentlichste Punkt an unserer Strategie ist, dass wir ein Verfahren entwickeln, mit dem das EPO-Molekül selbst nachgewiesen wird. Alle anderen Vorgehensweisen waren bisher indirekt."
(idw - Technische Universität Wien, 17.10.2007 - DLO)
 
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