Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 24.05.2012
Dinos: Männchenüberschuss schuld am Untergang?
Temperatur entscheidet bei Reptilien über Geschlecht
Zu einer völlig neuen Theorie über die Ursache des großen Dinosauriersterbens kommen britische Forscher der University of Leeds. Ihrer Ansicht nach sind die großen Reptilien möglicherweise deshalb ausgestorben, weil es zu viele Männchen und zuwenig Weibchen gegeben hat, berichtet BBC-Online. Die Ursache für diesen Überschuss sehen die Forscher in einem Wechsel des Klimas vor 65 Millionen Jahren.

Dinosaurier
Dinosaurier
© MMCD
Dinosaurier waren, ebenso wie Krokodile heute, eierlegende Reptilien. Bei diesen entscheidet die Temperatur, der die Eier ausgesetzt sind, darüber ob die Nachkommen weiblich oder männlich werden. Vor rund 65 Millionen Jahren haben wahrscheinlich Asteroideneinschläge dazu geführt, dass sich die Erdoberfläche abkühlte. Nach Ansicht von David Miller und seinen Forscherkollegen von der University of Leeds seien deshalb in dieser Zeit vermehrt männliche Saurier auf die Welt gekommen. Das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern sei damit außer Balance geraten.

200 Millionen Jahre lang standen die Dinosaurier unangefochten an der Spitze des "ökologischen Baumes". Doch Asteroideneinschläge und Klimawechsel hat diese Periode für die Riesenechsen beendet. Unklar ist allerdings noch immer, welche Konsequenzen die Asteroideneinschläge im Einzelnen auf Tierwelt und im Speziellen die Dinosaurier gehabt haben. Vermutlich haben Sand und aufgewirbelter Staub in der Atmosphäre das Sonnenlicht schon abgeschirmt und so die Temperaturen auf der Erdoberfläche sinken lassen, so die Wissenschaftler. Für die Saurier, wechselwarme Lebewesen, seien diese geänderten Bedingungen fatal gewesen.

Kritiker merken jedoch an, dass die Theorie mit den veränderten Geschlechtern nicht schlüssig sei. Denn vor 65 Millionen Jahren habe es Massenaussterben gegeben, bei dem mehr als 50 Prozent aller Arten ausgestorben seien, nicht nur wechselwarme Reptilien. "Am schlimmsten hat es damals aber nicht die Tiere an Land, sondern in den Meeren getroffen", so Benny Pieser von der Liverpool John Moores University. Ungeklärt ist auch, warum und wie es Krokodile und Schildkröten geschafft haben, das große Sterben bis heute zu überleben. Nach Ansicht von Miller bot ihnen jedoch möglicherweise das Leben zwischen Land und Wasser einen entscheidenden Vorteil.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Dinosaurier, Aussterben, Massenaussterben, Meteoriteneinschlag, Asteroid, Klima, K-T, Todesursache, Dino, Dinokiller, Kreidezeit, Erdgeschichte, Urgeschichte
Weitere News zum Thema
Auch Meeressaurier litten schon unter Arthrose (16.05.2012)
Altersbedingter Gelenkverschleiß schwächte den Biss des Urzeit-Räubers
Pupsende Dinosaurier heizten Urzeit-Klima an (08.05.2012)
Pflanzenfressende Riesen erzeugten mehr Methan als alle heutigen Quellen zusammen
Einige Dinosaurier verschwanden schon vor dem Massenaussterben (02.05.2012)
Entwicklung der Riesenechsen verlief uneinheitlicher als gedacht
Gewaltige Einschläge prägten frühes Leben auf der Erde (26.04.2012)
Großes Bombardement hielt länger an als bisher angenommen
Forscher identifizieren Arthrose bei einem Dinosaurier (24.04.2012)
Caudipteryx ist das älteste bekannte Tier mit Verschleiß an den Fußgelenken
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Dinosaurier
Giganten der Urzeit
Massenaussterben
Katastrophale "Unfälle" der Evolution?
Meteoriten
Gefahr aus dem All
News des Tages
Tierwelt profitiert von Hurrikans
Dinos: Männchenüberschuss schuld am Untergang?
Polarflugzeug vermisst arktisches Eis
Umweltbedingte Kontaktallergien erforscht
Vögel singen gegen Großstadtlärm an
Autos "speien" Platin
Handy-Strahlung von Netz und Verhalten abhängig
Leukozyten: „Stoppsignale“ in der Blutbahn aufgeklärt
Bücher zum Thema
Der große Atlas der Urgeschichte
In Bildern, Daten und Fakten von Douglas Palmer
Top-Clicks der Woche
1. Risiko für nuklearen GAU größer als gedacht
2. Stress macht Männer sozialer
3. Feste Essenszeiten wirken Übergewicht und Diabetes entgegen
4. Gelähmte steuert Roboterarm mit ihren Gedanken
5. Ruß und Ozonsmog verstärken die Wanderung der Klimazonen