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Donnerstag, 19.10.2017
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HI-Viren auf Eis

Kryobank liefert gefrorene Erreger für die Impfstoffforschung

Forscher aus aller Welt sind dem HI-Virus bereits seit 1984 auf der Spur. Fieberhaft suchen sie nach einem Impfstoff - bisher vergeblich. Das Problem: Das Virus verändert sich sehr schnell, mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten. Um diese zu archivieren, zu züchten und sie den Impfstoffentwicklern zur Verfügung zu stellen, baut ein internationales Team eine Kryobank auf. Darin frieren Forscher hochinfektiöse HI-Viren aus aller Welt bei minus 196 Grad ein.
HI-Virus

HI-Virus

„Dazu haben wir ein Hochsicherheitslabor der Stufe 3 eingerichtet“, sagt Dr. Hagen von Briesen, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert. "Damit keine Viren entweichen, herrscht im Labor ein Unterdruck. Luft gelangt nur über spezielle Filter nach draußen, die alle schädlichen Bestandteile sicher herausfischen. Auch bei der Tür bedarf es Sicherheitsvorkehrungen: Das Labor kann nur über eine Schleuse betreten werden."

Finanziert wird das Projekt von der Bill + Melinda-Gates-Stiftung mit 7,5 Millionen Dollar, der Fraunhofer-Gesellschaft mit 1,2 Millionen Dollar und dem saarländischen Wirtschaftsministerium mit 600.000 Dollar. Im September wurde das Labor überprüft und abgenommen - nun können die Forscher Blutproben aus aller Welt sammeln, in Immunzellen und Plasma separieren, Viren züchten und alles in der Kryobank archivieren.

„Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für die Aufbauphase Länder ausgewählt, die stark von AIDS betroffen sind - Brasilien, Uganda, Südafrika, Russland und Thailand - und sie als Partner in das Projekt eingebunden. Vor Ort werden mit unserer Hilfe Kryolabore eingerichtet, in denen Proben genommen, eingefroren und dann in unsere Kryobank überführt werden", sagt Briesen.


Mobiles Kryolabor tourt durch Südafrika


Eine einzigartige Möglichkeit, in stark betroffenen Ländern HIV-Proben für das Kryo-Archiv zu sammeln, ist das mobile Kryolabor: Ab 2008 soll es in einer Pilotstudie durch Südafrika touren. „In dem 13 Meter langen Wagen gibt es neben einer vollen Notambulanz einen Behandlungsraum für die Patienten sowie einen Technikraum für Stromgenerator und Lüftung. Daneben liegen - durch eine Schleuse abgetrennt - ein S3-Hochsicherheitslabor und ein Kryolabor", sagt Briesen.

Hochsicherheitslabor

Hochsicherheitslabor

Im mobilen Arztzimmer nehmen die Ärzte den Patienten Blut ab. Dieses untersuchen sie im angrenzenden Labor sofort auf HIV und Co-Infektionen wie Tuberkulose oder Syphilis, trennen es in Plasma und Immunzellen und frieren die Proben schonend ein. Von dem Labor profitieren Patienten und Forscher gleichermaßen: Die Betroffenen erhalten die Untersuchungsergebnisse umgehend, so kann eine Behandlung schnell anfangen. Und Forscher aus aller Welt können die Proben weiter untersuchen.
(idw - Fraunhofer-Gesellschaft, 02.10.2007 - DLO)
 
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