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Freitag, 10.02.2012
Exotischer Radioblitz verblüfft Astronomen
Neue, bisher unbekannte Art von kosmischen Eruptionen entdeckt
Er dauerte nur fünf Millisekunden, war aber extem stark: Astronomen haben einen sehr weit entfernten aber sehr energiereichen Radiopuls aufgefangen, der keinem bisher bekannten Phänomen ähnelt. Er könnte eine ganz neue Klasse von kosmischen Eruptionen eröffnen, ähnlich wie vor einigen Jahren die Gamastrahlenausbrüche. Die Entdeckung wurde jetzt in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht.

Parkes-Radioteleskop
Parkes-Radioteleskop
© CSIRO Parkes-Radioteleskop
Als erster entdeckt hat den erstaunlichen Ausbruch ein Student der West Virginia Universität in Australien. Er hatte die Aufgabe, Daten von sechs Jahre zurückliegenden Aufnahmen des Parkes-Radioteleskops auszuwerten. Dabei stieß er auf einen Blitz, der extrem stark war, aber aus eineinhalb Lichtjahren Entfernung zu stammen schien. „Normalerweise ist die kosmische Aktivität, die wir in einer solchen Entfernung erwarten, sehr schwach, aber diese war so stark, dass sie die Instrumente übersättigt hat“, erklärt Professor Matthew Bailes von der Swinburne Universität in Melbourne.

Der Ausbruch war so deutlich, dass er zunächst als vom Menschen verursachte Radiointerferenz betrachtet worden war. Seine Energie entspricht der eines großen 2.000 Megawatt starken Kraftwerks, das zwei Milliarde Jahre lang Strom produziert. „Der Ausbruch muss von einem exotischen Ereignis wir der Kollision zweier Neutronensterne erzeugt worden sein“, so Professor Duncan Lorimer von der West Virginia Universität, Leiter der Studie. „Oder es war der Todeskampf eines Schwarzen Lochs kurz bevor es sich vollständig auflöst.“

Einige Blitze jeden Tag?
Zwar haben die Astronomen bisher erst einen dieser Megablitze entdeckt, doch sie vermuten, dass sie durchaus häufiger auftreten könnten: „Wir erwarten sogar, einige dieser Blitze jeden Tag zu entdecken“, erklärt John Reynolds, verantwortlicher Leiter des Parkes-Teleskops. Noch besser könnten diese Blitze allerdings mit einem neuen Teleskop beobachtet werden, das zur Zeit in Westaustralien entsteht. „Das SKA Pathfinder, das 2012 fertig gestellt werden wird, besitzt ein sehr weites Sichtfeld und sieht einen großen Himmelsausschnitt auf einen Blick. Das ist ideal für diese Art von Suche.“

Die Entdeckung dieses neuartigen Radioblitzes vergleichen die Astronomen mit der Entdeckung der Gammastrahlenausbrüche in den 1970er Jahren. Damals hatten Militärsatelliten erstmals diese bis dahin unbekannten Blitze aus Gammastrahlen beobachtet. Die Ursache dieser Blitze wurde dann in den folgenden Jahren nach und nach identifiziert: Sie entstanden, wenn ein massereicher Stern als Supernova explodiert und sich daraus ein Schwarzes Loch bildet. Was die Quelle der neuartigen Radioblitze ist, muss sich noch zeigen.
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