Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 19.03.2010
Geographen diskutieren über Katastrophen
Risiko-Kongress an der Universität Bayreuth
Extreme Naturereignisse hat es immer gegeben. Wirbelstürme, Überschwemmungen oder Dürren führen jedoch erst dann zur Katastrophe, wenn Maßnahmen zur Vorsorge oder Risikoverminderung versagen und das Überleben von Menschen und ganzen Gesellschaften in Gefahr gerät. Extremereignisse sind heute zunehmend auf menschengemachte Umweltveränderungen zurückzuführen. „Umgang mit Risiken: Katastrophen – Destabilisierung – Sicherheit“ lautet deshalb das Tagungsmotto des Deutschen Geographentags, der vom 29. September bis 5. Oktober 2007 in Bayreuth abgehalten wird.

Hurrikan
Hurrikan
© NASA
Im Mittelpunkt des Kongresses mit über 2.000 Teilnehmern stehen aktuelle Ergebnisse der geographischen Risiko- und Katastrophenforschung. Neben den Ursachen und Folgen katastrophaler Ereignisse erörtern Fachleute unter anderem auch Fragen der Wahrnehmung und Bewertung von Risiken und Katastrophen durch Betroffene.

Professor Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumwelt- und Bundesbauminister sowie langjähriger UNEP-Direktor in Nairobi, wird in seinem Gastvortrag am 30. September um 16.30 Uhr im Audimax der Universität Bayreuth über den Zusammenhang von „subventioniertem Wohlstand im Norden“ und „Naturkatastrophen im Süden“ sprechen. Internationale Experten fassen in Keynote-Referaten den aktuellen Kenntnisstand in den Themenfeldern "Katastrophen", "Destabilisierung" und "Sicherheit" zusammen.

Stateof-the-Art-Vorträge beschäftigen sich mit den Gebieten „Klimawandel", „Sozialgeographie", „Geoarchäologie" und „Geographische Entwicklungsforschung". Eine Plattform zur Diskussion neuester Forschungsansätze und -ergebnisse aus allen Teilgebieten der Geographie bieten weitere 60 Fachsitzungen. Kulturelle Veranstaltungen, Preisverleihungen sowie zahlreiche Exkursionen in Bayreuth und in die Region Oberfranken ergänzen das Programm des Geographentags.

Überschwemmungen in Afrika: Die Katastrophe kommt erst nach der Flut
Eines der wichtigsten Themen auf dem Deutschen Geographentag in Bayreuth sind Fragen des Katastrophen-Managements und der Frühwarnung in Entwicklungsländern. Außergewöhnlich starke Regenfälle haben beispielsweise in mehr als einem Dutzend Ländern Afrikas seit Juli dieses Jahres zu schweren Überschwemmungen geführt. Gegenwärtig sind etwa 1,5 Millionen Menschen in Afrika von den Fluten betroffen. Das Katastrophengebiet liegt in der Sahelzone, die bisher eher unter Dürren zu leiden hatte.

Wo Systeme zur Frühwarnung der Bevölkerung vorhanden waren, haben diese oft nicht funktioniert, teilweise wurden Warnungen auch ignoriert. Das wahre Ausmaß der Katastrophe wird sich indes erst dann zeigen, wenn das Wasser wieder abgeflossen sein wird. Dann drohen Krankheiten wie Malaria und Cholera sowie Hungerkrisen durch Ernteausfälle.

Welche langfristigen Folgen haben extreme Naturereignisse in Entwicklungsländern? Wie funktioniert hier Katastrophen-Management? Wie lässt sich Katastrophenvorsorge mit Entwicklungszusammenarbeit verknüpfen? Wie werden Katastrophen in Afrika im Vergleich zu Deutschland wahrgenommen und gedeutet? Diese und weitere Fragen werden auf dem Deutschen Geographentag in Bayreuth diskutiert.

Durchgeführt wird die Tagung vom Fachbereich Geographie der Universität Bayreuth im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG).

Weitere Informationen finden Sie unter www.geographentag-bayreuth.de
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Katastrophen, Wirbelstürme, Hochwasser, Überschwemmungen, Klimawandel, Entwicklungsländer, Geographentag
Weitere News zum Thema
Erdrotation beeinflusst Unterwasserwellen (09.03.2010)
Entstehung und Ausbreitung von “Solitons” untersucht
Tief Undine verwüstet Madeira (22.02.2010)
Mindestens 42 Tote bei Unwettern auf der Ferieninsel
Vulkane schuld an „Todeszonen” im Kreidezeitmeer? (02.02.2010)
Sulfat-Schwemme als Ursache für zweites anoxisches Event
Kein Platz für Flüsse, Auen und Moore? (02.02.2010)
2. Februar - Welttag der Feuchtgebiete
Frühmenschen entgingen nur knapp dem Aussterben (25.01.2010)
Genstudie enthüllt drastischen Einbruch in Populationsgröße vor rund einer Million Jahren
Suche
Erweiterte Suche
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Diaschauen zum Thema
Schlammvulkane
Surtsey
Erdbeben
Vulkanismus
Dossiers zum Thema
"Land unter"
Vernichtende Fluten auf dem Vormarsch?
Alarm am Deich
Steigt die Sturmflutgefahr?
Vulkanismus
Die brodelnde Gefahr
Entwicklungsländer
Gibt es Wege aus dem Labyrinth der Armut?
Nie wieder Pompeji?
Frühwarnsysteme bei Vulkanausbrüchen
Erdbeben
Vorhersagbar oder aus heiterem Himmel?
Tsunami
Das Geheimnis der Riesenwellen
Wetterextreme
Klimatische "Ausrutscher" oder Folgen des Klimawandels?
Winterstürme
Stürmische Zeiten für Mitteleuropa?
Sturmflut
Hamburg 1962 – kann sich die Katastrophe wiederholen?
Hochwasser am Rhein
Alle Jahre wieder
Hurrikans
Zerstörerische Wirbelstürme im Aufwind?
Tornados
Wirbelnde Winde
Erdrutsche
Gefahr am Berg
Klimawandel
Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?
Streit ums Klima
Klimawandel unter Beschuss?
News des Tages
Schaben: Dumm am Morgen, Genies am Abend
Atomkerne mit Spin-Gedächtnis
Raumsonde „Dawn“ auf Asteroiden-Jagd
Wasserspaltung mit Sonnenlicht
Wie Apfelschädlinge immun werden
Feinstaub: Bürger haben Recht auf saubere Luft
Geographen diskutieren über Katastrophen
Bücher zum Thema
Erdbeben
Eine Einführung von Bruce A. Bolt
Naturkatastrophen
Wirbelstürme, Beben, Vulkanausbrüche - Entfesselte Gewalten und ihre Folgen von Inge Niedek und Harald Frater
Wissen Hoch 12
von Harald Frater und Christina Beck
Vulkanismus
von Hans-Ulrich Schmincke
Der unruhige Planet
von Richard Dikau und Jürgen Weichselgartner
Eine unbequeme Wahrheit
von Al Gore, Richard Barth, Thomas Pfeiffer
Wetterkatastro- phen und Klimawandel
Sind wir noch zu retten? von Hartmut Grassl u. a.
Die Jahrhundertflut
Das offizielle ARD-Buch zur Flutkatastrophe von Wolfgang Kenntemich in Zusammenarbeit mit der ARD-Brennpunkt-Redaktion
Feuer, Farben und Fontänen
Bilder aus der Welt der Vulkane von Ernst W. Bauer
Top-Clicks der Woche
1. Radioaktivität tatsächlich „Heizofen“ des Erdinneren
2. Licht verbiegt Materie
3. Gehirn liebt keine Überraschungen
4. Neuer langlebigerer Akku für mobile Geräte
5. Neue Belege für “Schneeball Erde”