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Montag, 27.03.2017
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Rauchen verändert Gene – dauerhaft

DNA-Reparaturgene werden geschädigt, andere permanent deaktiviert

Dass Rauchen ungesund ist, ist inzwischen schon fast eine Binsenweisheit. Warum aber auch Ex-Raucher noch Jahre später sehr viel höhere Lungenkrebsraten aufweisen, obwohl sich ihr Lungengewebe scheinbar längst erholt hat, das war bisher unklar. Jetzt sind Wissenschaftler auf eine Spur gestoßen: Offenbar aktiviert das Rauchen bestimmte Gene, die auch nach Abgewöhnen der Sucht weiter angeschaltet bleiben und schaltet andere permanent ab.
Rauchen und die Folgen

Rauchen und die Folgen

Nur rund ein Fünftel unserer Gene ist zu einem beliebigen Zeitpunkt in unseren Zellen aktiv und wird abgelesen. Der Rest verharrt ein einem inaktiven Ruhezustand. Das genaue Muster der Genaktivität in Lungenzellen hat ein kanadisches Forscherteam der Krebsforschungsbehörde von British Columbia unter Leitung von Wan L. Lam und Stephen Lam nun untersucht. Sie nutzten dabei die Technik der seriellen Genexpression, um Lungenproben von 24 Rauchern und Ex-Rauchern, sowie von Menschen, die noch niemals geraucht haben, zu analysieren.

Die Analyse ergab, dass bei Rauchern eine Reihe von Genen in ihrer Aktivität gegenüber den Nichtrauchern verändert waren. Einige davon kehrten bei den Ex-Rauchern wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück, andere aber bleiben dauerhaft verändert Zu den reversibel deaktivierten Genen gehörten unter anderem solche, die für die Abwehr und den Abbau von Fremdkörpern zuständig sind und Frühstadien des Lungekrebses hemmen. Irreversibel ausgeschaltet war unter anderem ein Gen, das die Regulation von COX2 kontrolliert. COX2 wird unter anderem bei Entzündungen und von Tumorvorformen vermehrt produziert. Sogar permanent beschädigt waren dagegen einige Gene, die Reparaturmechanismen der DNA steuern.

Durch das Rauchen angeschaltet wurden dagegen einige Gene, die zuvor nicht mit dem Rauchen in Verbindung gebracht worden waren. Darunter beispielsweise CABYR, ein Gen, das nicht nur den Spermien zum Schwimmen verhilft, sondern auch mit der Entstehung von Gehirntumoren in Zusammenhang gebracht wird. “Die Gene und Funktionen, die auch nach Beenden des Rauchens nicht zu ihrem Normalzustand zurückkehrten, könnten einen Einblick darin geben, warum Ex-Raucher noch immer ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs aufweisen“, erklärt Raj Chari, Hauptautor der Studie.
(BioMed Central, 30.08.2007 - NPO)
 
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