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Freitag, 20.10.2017
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Auch Meisen dopen mit Taurin

Taurinhaltige Spinnen als Nahrung machen Meisenjunge schlauer

Doping ist keineswegs eine Domäne des Menschen – auch Vögel tun es: Blaumeisen füttern ihre Jungen in einem bestimmten Entwicklungsstadium am liebsten mit Spinnen. Dieses Kraftfutter enthält Taurin, eine Substanz, die auch auf das Gehirn wirkt. Sie macht die Jungmeisen mutiger und lernfähiger.
Taurin ist eine Aminosäure, die nicht nur in Muttermilch enthalten ist, sondern längst auch gezielt in Energiedrinks eingesetzt wird. Der Grund: Die Substanz gilt als leistungssteigernd, Blutdrucksenkend, entzündungshemmend und soll sogar Leberschäden durch Alkoholgenuss vermindern. Welche Wirkung Taurin auf Vögel hat, war bisher allerdings unbekannt.

Forscher der Universität von Glasgow stießen überraschend auf ebendiese Droge, als sie untersuchten. warum Blaumeiseneltern ihre Jungen in einem bestimmten Alter vorwiegend mit Spinnen füttern. Was war an den Spinnen so besonders? Tatsächlich ergaben die Analysen, dass die Spinnen einen höhereh Gehalt an Taurin enthielten als andere Meisennahrung. Um herauszufinden, welche Wirkung das Taurin auf die Meisenjungen hat, führten die Wissenschaftler einen Laborversuch durch, bei dem einen Gruppe von Meisenjungen ein künstlich mit Taurin angereichertes Futter erhielt, eine Kontrollgruppe normales Futter ohne Anreicherung.

Das Ergebnis: Die Meisen, die als Küken mit Taurin haltiger Nahrung gefüttert worden waren, zeigten sich als Erwachsene sehr viel mutiger und lernfähiger als die Meisen der Kontrollgruppe. „Wir haben festgestellt, dass das Taurein einen signifikanten Effekt auf die Persönlichkeit und das Gedächtnis der Vögel hat“, erklärt Kate Arnold, Leiterin der Studie. „Zum ersten Mal können wir nun erklären, warum Vögel ihre Jungen in einem bestimmten Stdium ihrer Entwicklung mit Spinnen füttern, und auch, wie Eltern allein durch die Ausqwhl ihre Futters das Verhalten ihrer Jungen dauerhaft verändern.“
(University of Glasgow, 30.08.2007 - NPO)
 
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