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Donnerstag, 24.05.2012
Interaktiv in der dritten Dimension
Ein neuer Player ermöglicht die interaktive Nutzung von 3-D-Bildschirmen
Die Brücke eines Raumschiffs dreidimensional erleben oder bei einem Konzert auf der Bühne stehen – diese Zukunftsvision holen Forscher nun ein Stück näher in die Realität: Sie haben einen Player entwickelt, der die interaktive Nutzung von 3-D-Bildschirmen erlaubt.

3D-Modell einer Raumschiffbrücke - jetzt auch interaktiv
3D-Modell einer Raumschiffbrücke - jetzt auch interaktiv
© Fraunhofer Gesellschaft 3D-Modell einer Raumschiffbrücke - jetzt auch interaktiv
Musik erleben, besser als im Konzertsaal: Ein Mausklick – und schon kann der Musikfreund dem Gitarristen dreidimensional auf die Finger schauen. Der Joystick ermöglicht dem Zuschauer daheim, quer über die Bühne zu „laufen“ und das aufgezeichnete Konzert von allen Seiten zu erleben. Der Ton erschallt im Raumklang und bewegt sich mit dem Zuschauer – dreht er sich mit dem Rücken zur Bühne, so scheint es, als käme der Ton von hinten. Noch ist ein solches Szenario für Konzert-DVDs oder Live-Übertragungen via Internet und Rundfunk Zukunftsmusik. Die ersten Schritte sind jedoch getan.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau haben einen neuartigen Player entwickelt. Er erlaubt eine solche interaktive Nutzung erstmals auch bei Bildschirmen, die einen dreidimensionalen Bildeindruck erzeugen. „Mit unserem System können wir den Zuschauer aktiv einbinden – er kann etwa durch Räume laufen und Gegenstände auswählen“, erklärt Uwe Kühhirt, der die Entwicklung am IDMT leitet. „Ebenso ist eine interaktive Auswahl von Kameraperspektiven möglich. Durch Umweltsensoren, die etwa die Helligkeit, Temperatur oder die Anzahl der Zuschauer ermitteln, kann man die Szene dynamisch beeinflussen – beispielsweise lässt sich der Betrachter mit Hilfe einer Videokamera in die dreidimensionale Szene integrieren.“

Zwei- und dreidimensionale Elemente können auf dem 3-D-Bildschirm nahezu beliebig miteinander kombiniert werden. Das ist möglich, da jedes Objekt – etwa eine Person oder ein Ton – separat codiert und in die Szene eingebunden wird. „So können wir beispielsweise in einen Raum, den wir am Rechner generiert haben, eine Person stellen, die wir im Studio aufgenommen haben“, sagt Kühhirt. Aus einer dreidimensionalen Szene erstellt der Player getrennte Ansichten für das linke und das rechte Auge, so kann das entstehende Gesamtbild räumlich wahrgenommen werden.

Auch Nutzer ohne 3-D-Display können von der Technik profitieren: Denn die dreidimensionalen Szenen lassen sich prinzipiell auf jedem beliebigen Display wiedergeben – sei es auf einem Handy oder einem Fernseher. „Der Player erhält die Daten, etwa eine Konzertszene, und berechnet die optimale Bild- und Tondarstellung für das jeweilige Wiedergabesystem“, sagt Kühhirt. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA, die vom 31. August bis 5. September 2007 in Berlin stattfindet, können Interessierte einige interaktive Anwendungen an einem dreidimensionalen Bildschirm ausprobieren.
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