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Mittwoch, 29.03.2017
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Tornadojäger im Schwarzwald

Mobile Radar-Systeme sollen Entwicklung von Gewittern beobachten

Das weltweit größte Regenforschungsprojekt COPS erhält Verstärkung aus den USA. Erstmals werden jetzt im Schwarzwald zwei mobile Radar-Systeme eingesetzt, die so genannten Doppler-on-Wheels. Diese dienen nicht nur als Tornadojäger, sondern sollen auch die Entwicklung von Gewittern beobachten.
Doppler-on-wheels

Doppler-on-wheels

Die mobilen Doppler-on-Wheels (DOW) tasten im so genannten X-Band-Frequenzbereich die Atmosphäre innerhalb weniger Minuten ab. In den USA sind diese mobilen Geräte berühmt und wurden schon für die Untersuchung von Tornados eingesetzt, dabei maßen sie den bisherigen Weltrekord einer Windgeschwindigkeit auf der Erde in der Nähe des Zentrums eines Tornados mit 510 Kilometer pro Stunde.

Schwere Gewitter statt Tornados


In Deutschland sind – glücklicherweise - weniger Tornados zu befürchten, jedoch bieten auch schwere Gewitter, wie sie in diesem Sommer bereits aufgetreten sind, ideale Messbedingungen für die DOW. Sie können dort installiert und betrieben werden, wo die lokale Entwicklung der Atmosphäre besonders wichtig ist. Das kritische Gebiet erstreckt sich von den Vogesen über das Rheintal, den Schwarzwald bis in die schwäbische Alb. Inzwischen wurde erstmalig von den DOWs in Deutschland eine Windhose vermessen, die über dem Schwarzwald aufgetreten ist.

"Es ist faszinierend, die komplexen Windstrukturen vor der Entwicklung von Gewittern anzuschauen. Wenn man sie gesehen hat, erkennt man, wie viel noch zur Verbesserung der Vorhersage von extremen Ereignissen in Wetter- und Klimamodellen getan werden muss", sagt Professor Volker Wulfmeyer vom Institut für Physik und Meteorologie der Universität Hohenheim, der das Projekt zusammen mit Tammy Weckwerth vom National Center for Atmospheric Research und Josh Wurman vom Center for Severe Weather Research in Boulder (USA) durchführt.


Die DOWs haben bereits einige wertvolle Beiträge für die Weltwetterforschungskampagne COPS geliefert. "Ich persönlich freue mich schon sehr darauf, einige Tage mit den DOWs gemeinsam mit den Extremwetterexperten aus den USA unterwegs zu sein und bei den Messungen mitzumachen.", sagt Wulfmeyer. Die DOWs sind noch bis zum 15. August 2007 für das COPS-Projekt in Deutschland tätig.

Das COPS-Projekt


Die Messkampagne COPS (Convective and Orographically-induced Precipitation Study) ist Teil des Welt-Wetter-Forschungsprogramms der Vereinten Nationen - World Weather Research Programme der World Meteorological Organisation. Beteiligt sind alle rund 20 meteorologischen Institutionen Deutschlands und die führenden Forschungszentren für Meteorologie aus Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und den USA.
(idw - Universität Hohenheim, 14.08.2007 - DLO)
 
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