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Freitag, 10.02.2012
Sonnenflecken fördern Starkregen in Ostafrika
Forscher entdecken möglichen Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Niederschlägen
Zwischen der Sonne und unserem Wetter gibt es offenbar mehr Verbindungen als gedacht. Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass Perioden besonders schwerer Regenfälle in Ostafrika mit Zeiten besonders hoher Sonnenaktivität und damit verbunden vielen Sonnenflecken in Zusammenhang stehen. Die neue Studie widerspricht damit bisherigen Erkenntnissen.

Sonnenfleck
Sonnenfleck
© SOHO (NASA/ESA)
Eine erhöhte Anzahl von Sonnenflecken gilt als Indiz für eine Zeit besonders starker Energieausstrahlung der Sonne. Die Perioden dieser Aktivität verlaufen zyklisch – alle elf Jahre erreicht die Sonnenaktivität ein Maximum. Das nächste wird für das Jahr 2011 oder 2012 erwartet. Dass diese Schwankungen auch für das irdische Klima ein Einflussfaktor sind, ist unstrittig, heiß diskutiert wird allerdings, wie stark dieser Einfluss ist. Jetzt ist ein britisch-amerikanisches Forscherteam unter Leitung von Curt Stager vom Paul Smith's College in New York auf einen weiteren Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klima gestoßen - in Ostafrika.

Die Forscher analysierten die Niederschlagsdaten der letzen hundert Jahre für diese Region und nutzten dabei auch historische Aufzeichnungen über die Wasserstände im Viktoria-, Tangayika-, und Naivashasee. Vorherige Studien hatten hier keine Verbindung zwischen Sonnenaktivität und Niederschlägen finden können. Auch die jetzigen Ergebnisse sind zumindest für eine Periode, die Zeit zwischen 1927 und 1968 nicht sehr deutlich, doch nach Angaben der Forscher ist der Zusammenhang im Ganzen dennoch klar und signifikant. Offenbar beeinflusst die Sonnenaktivität vor allem die Niederschläge in der Regenzeit, es können jedoch auch stärkere Regenfälle außerhalb dieser Zeit auftreten.

Mehr Verdunstung durch höhere Sonnenaktivität?
„Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass die Korrelationen nicht zufällig sind“, erklärt Alexander Ruzmaikin vom Jet Propulsion Laboratorium der NASA und Koautor der Studie. „Es erweitert unser Wissen darüber, wie die Sonne das Klima Afrikas beeinflusst und löst gleichzeitig ein langjähriges Rätsel.“

Aber wie genau kann die Sonnenaktivität die Niederschläge beeinflussen? Die Forscher können sich hier gleich einige Möglichkeiten vorstellen. Im einfachsten Fall jedoch führt die höhere Energieausstrahlung der Sonne zu einer stärkeren Erwärmung von Land und Meer und damit zu einer vermehrten Verdunstung. Dadurch erhöht sich der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre und Niederschläge werden häufiger und heftiger.

Nächstes Maximum beginnt 2011
Das nächste Sonnenmaximum erwarten die Astronomen im Jahr 2011/2012. Für Stager und sein Team bedeutet dies eine mögliche Wetterreaktion bereits ein Jahr davor: „Wir erwarten, dass Ostafrika eine starke Intensivierung der Niederschläge während der Regenzeit erlebt, außerdem eine verstärkte Verbreitung des Gelbfiebers“, erklärt Stager. Da Stechmücken und andere Krankheits-übertragenden Insekten sich unter feuchten Bedingungen besonders gut vermehren, könnten Epidemien durch diese Klimaentwicklung verstärkt werden.

„Unsere Hoffnung ist es, dass die Menschen unsere Ergebnisse dafür nutzen, um die Starkregen besser vorhersagen zu können“, so Stager. „Denn diese Ereignisse führen zu Überschwemmungen, Erosion und auch Krankheiten.“ Vorgewarnt durch das herannahende solare Maximum könnten die Behörden beispielsweise mit der Vorbeugung gegen von Insekten übertragene Krankheiten beginnen, lange bevor die eigentlich Epidemie ausbricht.
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