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Donnerstag, 23.03.2017
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„Braune Wolken“ verstärken Erwärmung in Asien

Reduktion der Luftverschmutzung könnte Gletscherschmelze verlangsamen

Die Gletscher des Himalaja und anderer tropischer Regionen schmelzen immer schneller. Jetzt belegt eine in „Nature“ erschienene Studie eine tragende Rolle dieses Prozesses für die „Braunen Wolken” über Südasien. Diese durch Schadstoff- und Feinstaubemissionen gebildeten Wolken fördern die Erwärmung der Atmosphäre, wecken aber gleichzeitig die Hoffnung, dass ein Abbau der Luftverschmutzung den Klimawandel in der Region zumindest bremsen könnte.
"Braune Wolken"

"Braune Wolken"

Die "weißen Riesen" im Himalaja bilden eine wichtige Ressource für große Teile Asiens. Denn sie versorgen die Lebensadern der dicht besiedelten Ebenen, Flüsse wie den Jangtse, den Ganges oder den Indus, mit Wasser. In den letzten Jahrzehnten aber sind auch die Gletscher auf dem “Dach der Welt” dramatisch geschrumpft. „Das schnelle Schmelzen dieser Gletscher, der drittgrößten Eismasse unseres Planeten, könnte beispiellose Auswirkungen auf Süd- und Ostasien haben, wenn es weiter anhält oder sich sogar noch verstärkt“, so Wissenschaftler des Scripps Institute der Universität von Kalifornien in San Diego um Professor V. Ramanathan.

Sie haben untersucht, welche Rolle die “Braunen Wolken“, Schadstoffwolken aus Ruß, Treibhausgasen und anderen Emissionen, für diesen Prozess spielen. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass insbesondere die Schwebstoffe solcher Schadstoffwolken eine Schlüsselrolle für die Klimaentwicklung spielen: Ein Teil der Aerosole absorbiert das Sonnenlicht und erwärmt die Atmosphäre, andererseits jedoch schirmen die Partikel die Oberfläche von einem Teil des Sonnenlicht ab und wirken so kühlend – ähnlich wie auch normale Wolken.

Messkampagne mit Roboterflugzeugen


Welcher Effekt überwiegt und was an Klimaauswirkungen letztlich übrig bleibt, ist bisher weitestgehend ungeklärt. Nach Ansicht von Ramanathan und seinen Kollegen könnte der „Dimming-Effekt“ der Schadstoffwolken jedoch bisher sogar das volle Ausmaß der anthropogenen Erwärmung maskiert haben. Die Forscher analysierten Daten, die unbemannte Messflugzeuge während einer Kampagne im März 2006 über den Malediven erhoben wurden.


Nature-cover

Nature-cover

Die Maledives Autonomous unmanned aerial vehicle Campaign (MAC) fand während der regionalen Trockenzeit statt und damit während einer Zeit, in der große Mengen durch Industrieabgase, Brandrodungen und Verkehr verschmutzte Luft vom indischen Kontinent über den Indischen Ozean driften. Die Messflugzeuge erzeugten ein Profil der Rußkonzentrationen und der Lichtabsorption über die gesamte vertikale Ausdehnung der Schadstoffwolken und ermöglichten erstmals einen tieferen Einblick in die Struktur und kombinierten Effekte dieser Wolken.

Schwebstoffe global kühlend, in Asien aber wärmend


Die Analyse der Daten, unter anderem mithilfe eines Klimamodells, enthüllte, dass die Erwärmung in Asien in größeren Höhen der Atmosphäre sogar noch ausgeprägter ist als auf Meereshöhe. Die größte Erwärmung registrierten die Wissenschaftler genau auf der Höhe, in der die meisten Gletscher des Himalaja liegen.

Luftverschmutzung über Pakistan

Luftverschmutzung über Pakistan

„Die konventionelle Ansicht geht davon aus, dass Braune Wolken bis zu 50 Prozent der globalen Erwärmung durch das so genannte globale Dimming maskiert haben könnten“, erklärt Ramanathan. „Das stimmt zwar auf globaler Ebene, unsere Studie zeigt aber, dass über Süd- und Ostasien die Rußpartikel in den Wolken den Erwärmungstrend der Atmosphäre sogar um bis zu 50 Prozent verstärken.“

„Diese Ergebnisse sollten die internationale Gemeinschaft zu noch entschiedenerem Handeln animieren, vor allem im Rahmen des nächsten, entscheidenden Klimagipfels in Indonesien in diesem Dezember“, so Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP). „Denn es ist wahrscheinlich, dass wir durch eine Reduktion der Emissionen sowohl den Klimawandel als auch die Luftverschmutzung und damit die Braunen Wolken angehen können.“
(Scripps Institution of Oceanography , 02.08.2007 - NPO)
 
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