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Samstag, 22.07.2017
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Gasbohrung schuld an Schlammvulkan-Eruption?

Widersprüchliche Theorien zur Ursache der indonesischen Schlammkatastrophe

Seit 14 Monaten speit er nahezu ununterbrochen Schlamm – der Schlammvulkan Lusi im Osten Javas. Und ungefähr genauso lange streiten sich die Wissenschaftler über die Ursache des Ausbruchs. Während einige ein Erdbeben für den Auslöser halten, hat jetzt ein amerikanischer Forscher erneut den Menschen als Verursacher dingfest gemacht. Schuld ist, so der Forscher in einem in „Science direct“ veröffentlichten Artikel, eine Explorationsbohrung.
Schlammvulkan

Schlammvulkan

Seit seiner ersten Eruption am 29. Mai 2006 hat die Aktivität des nahe Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens gelegenen Schlammvulkans Lusi nicht mehr aufgehört. Täglich speit er rund 150.000 Kubikmeter Schlamm, der Auswurf bedeckt inzwischen mehr als zehn Quadratkilometer. 20.000 bis 30.000 Menschen, so die Schätzungen der Behörden, mussten seither evakuiert werden, ihre Häuser und Arbeitstätten sind zerstört. Aber was ist die Ursache dieser nicht enden wollenden Aktivität? Genau über diese Frage herrscht bisher Uneinigkeit in der Forschergemeinde.

Wissenschaftler der Universität von Oslo hatten im Februar eine Studie veröffentlicht, in der sie ein Erdbeben, das zwei Tage vor dem ersten Ausbruch des Vulkans in der Region stattfand, als Auslöser sahen. Doch Richard Davies, Professor für Geowissenschaften an der Durham Universität widerlegt dieses nun mit einer ganz anderen Theorie: Seiner Ansicht und seinen Ergebnissen nach sind die Aktivitäten an einem nahe gelegenen Bohrloch die Ursache. Hier brachte die indonesische Öl- und Gasfirma Lapindo Brantas eine Probebohrung nieder.

Berstende Gesteinsschichten


„Es gab mehrere Probleme mit dem Explorationsbohrloch schon vor der Eruption des Schlammvulkans“, erklärt Davies. „Aber erst als sie den Bohrkopf herausholten, saugten sie damit Gas und Wasser in das Bohrloch. Wir haben berechnet, dass dieser Einstrom einen kritischen Anstieg des Drucks im Loch erzeugt hat, der ausreichte, um die Gesteinsschichten im Untergrund bersten zu lassen.“


Nach Ansicht des Forschers ist es dagegen eher unwahrscheinlich, dass das Yoyakarta-Erdbeben eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des Schlammvulkans gespielt hat. „Wir bleiben dabei, dass der Ausbruch höchstwahrscheinlich durch die Aktivitäten am Bohrloch getriggert worden ist. Es gibt keinen Grund, ein Erdbeben als Auslöser zu bemühen“, so Davies in seiner Veröffentlichung.
(Durham University, 01.08.2007 - NPO)
 
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