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Samstag, 22.07.2017
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Autofahren: Männer „bremsen“ Frauen aus

Männer beanspruchen Pkw häufiger für private Fahrten

Frauen nutzen für private Fahrten das Auto weniger als Männer und setzen lieber auf Bahn und Busse. Sind die Autos in einem Haushalt knapp, hat das weibliche Geschlecht zudem häufig das Nachsehen und verzichtet notgedrungen zugunsten der Männer auf den Pkw. Dies sind zwei der wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Studie des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen.
Autofahren

Autofahren

Berücksichtigt wurden in dem Test Führerscheininhaber in Haushalten mit mindestens einem Auto. Die Wissenschaftler untersuchten dabei nur das Fahrverhalten an Wochentagen. Während Frauen von durchschnittlich 6,5 Kilometern täglich 4,3 Kilometer mit dem Auto bewältigen, sind es bei Männern 4,7 von 5,5 Kilometern, so die Resultate des RWI Essen.

Die Verfügbarkeit eines Autos steigert laut der Studie die Wahrscheinlichkeit nicht-beruflicher Fahrten. Ist der Weg zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs weit, wird ebenfalls häufiger das Auto benutzt. Beide Effekte sind bei Frauen stärker zu beobachten als bei Männern. Auch die Anzahl der Kinder hat einen Einfluss auf das Fahrverhalten: mit ihnen steigt die Wahrscheinlichkeit nicht-beruflicher Autofahrten, wobei die zurückgelegte Distanz pro Kind durchschnittlich um 0,48 Kilometer abnimmt. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass hauptsächlich die Mütter Fahrdienste für ihre Kinder übernehmen, so die Wissenschaftler.

Männer setzen sich durch


Ist hingegen die Zahl der Autofahrer in einem Haushalt größer als die Zahl verfügbarer Fahrzeuge, nimmt die Wahrscheinlichkeit ab, dass Frauen private Fahrten mit dem Auto unternehmen. Dies deutet darauf hin, dass Frauen häufig das Nachsehen haben, wenn mehrere Fahrer sich ein Auto teilen, so das RWI.


Das Alter beeinflusst das private Fahrverhalten von Frauen und Männern unterschiedlich stark. Zwar nimmt bei beiden mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit nicht-beruflicher Autofahrten erst zu und dann wieder ab, Frauen erreichen die höchste Wahrscheinlichkeit jedoch bereits mit durchschnittlich 42 Jahren, Männer erst mit 55 Jahren. Der Beschäftigungsstatus wirkt sich ebenfalls auf die Wahrscheinlichkeit und Distanz privater Autofahrten aus. Personen mit Beschäftigung fahren täglich durchschnittlich 1,56 Kilometer weniger privat. Bei Frauen fällt dieser Unterschied geringer aus als bei Männern.

Frauen nutzen den öffentlichen Nahverkehr stärker


Insgesamt zeigt die Studie, dass Frauen und Männer sich bezüglich der Wahl ihres Verkehrsmittels für nicht-berufliche Zwecke stark unterscheiden. Berücksichtigt man dieses unterschiedliche Verhalten, sind genauere Prognosen des Verkehrsaufkommens möglich. Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass Frauen von einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs stärker profitieren würden, weil sie diesen stärker nutzen.
(idw - Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, 30.07.2007 - DLO)
 
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