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Mittwoch, 29.03.2017
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Doping: Radfahrer Patrik Sinkewitz positiv getestet

ARD und ZDF steigen aus der Tour-Berichterstattung aus

Die Doping-Skandale im Radsport nehmen kein Ende: Heute teilte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit, dass der T-Mobile Profi Patrik Sinkewitz am 8. Juni 2007 bei einer durch die NADA veranlassten Trainingskontrolle positiv getestet wurde. Bei der Analyse der A-Probe wurde ein stark erhöhter Testosteronwert festgestellt.
Radsport

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Sinkewitz wird nach einer Kollision mit einem Zuschauer auf der achten Etappe der Tour de France zurzeit noch immer in einem Hamburger Krankenhaus ärztlich versorgt. Der Bonner Profi-Radrennstall T-Mobile Team hat den Radfahrer sofort bis zur Öffnung der B-Probe suspendiert.

Wie in einem solchen Fall vorgesehen, wird der Sportler nun vom BDR angeschrieben und muss dann innerhalb von fünf Tagen erklären, ob er die Öffnung der B-Probe beantragen will oder nicht. Sollte die B–Probe den positiven Befund bestätigen, wird der BDR die Einleitung eines Verfahrens beim Bundessportgericht beantragen und Patrik Sinkewitz aus allen Kadern streichen.

Gelbe Karte für den Radsport


Nach dem neuerlichen Dopingfall haben ARD und ZDF den vorläufigen Ausstieg aus der Berichterstattung von der Tour de France beschlossen. "Ich habe heute morgen mit meinem Kollegen, dem Programmdirektor des Ersten deutschen Fernsehens, Herrn Struve, gesprochen. Wir haben uns intensiv beraten über den Fall und haben entschieden, dass wir jetzt erst einmal bis zur Klärung des Falles aus der Tour aussteigen", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender im "ZDF-Mittagsmagazin" am Mittwoch, 18. Juli 2007. "Da kann man nicht warten, bis die Tour zu Ende ist und dann zur Klärung beitragen. Das geht nicht. Die Tour steht unter einem ständigen Doping-Verdacht. Das ist ein sehr konkreter Fall, von einem jungen Fahrer, der zu den jungen wilden Sauberen gehört. Ob er nun wirklich gedopt ist, oder nicht, das wird die B-Probe zeigen. Aber die Verdachtsmomente sind so hoch, dass wir zu diesem Entschluss sehr schnell jetzt kommen mussten."


Zu möglichen Perspektiven erklärte Brender: "Wir haben immer klar gemacht, dass wir einen Vertrag haben über eine Rad-Tour, einen Radsport, der mit sauberen Elementen laufen muss. Und wir haben keinen Vertrag gemacht über Beihilfe und Hilfsinstrumente, das heißt Doping-Mittel", sagte Brender. ARD und ZDF versuchten mit diesem Schritt dazu beizutragen, dass alle Beteiligten des Radsports jetzt endlich klar Schiff machten. "Wir wollen einen sauberen Sport", so Brender im "ZDF-Mittagsmagazin". Das sei die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Fernsehens "Und wir werden mit diesem Schritt hoffentlich dazu beitragen", ergänzte Brender.

Fritz Sörgel kritisiert Zusammenarbeit im Kampf gegen Doping


Im Zusammenhang mit dem Dopingfall Sinkewitz hat Fritz Sörgel, Mitglied der Anti-Doping-Kommission des Bundes Deutscher Radfahrer, im "ZDF-Mittagsmagazin" die Zusammenarbeit kritisiert. So habe er vom Ergebnis der Doping-Probe aus den Medien erfahren. Seine Mitarbeit in dieser Kommission könne nur von Bestand sein, wenn ein anderes Umgehen miteinander stattfinde. Er sei davon ausgegangen, dass, wenn neue Doping-Fälle auftauchten, diese zunächst bei der Kommission landen würden, so Sörgel.

Christian Frommert, Leiter Sponsoring-Kommunikation Deutsche Telekom, betonte in der Sendung, dass es bitter sei, dass es mit Patrik Sinkewitz um einen jungen Fahrer gehe, der bisher für einen sauberen Sport stand. "Wir setzen auf junge Fahrer, auf den jungen Nachwuchs. Das ist für uns ein Rückschlag."

Frommert betonte aber, dass es keine Schnellschüsse geben werde. "Wir werden intern beraten, was zu tun ist. Was es bedeutet - für uns, für unser Kontrollsystem, für das Sponsoring im Allgemeinen und für die Mannschaft." Zunächst einmal werde die Mannschaft weiter fahren. "Nach der Tour werden wir uns zusammensetzen und die Lage analysieren", so Frommert.
(ZDF/Bund Deutscher Radfahrer (BDR)/T-Mobile, 19.07.2007 - DLO)
 
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