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Dienstag, 24.01.2017
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Wasser auf extrasolarem Planeten nachgewiesen

Weltraumteleskop entdeckt Wasserdampf in der Atmosphäre eines Gasriesen

Vermutet wurde es schon lange, doch jetzt ist es bewiesen: auch auf extrasolaren Planeten gibt es Wasser. Mithilfe des Spitzer-Weltraumteleskops entdeckten Forscher Belege für Wasserdampf in der Atmosphäre eines Gasriesen, HD 189733b, wie sie jetzt in der Zeitschrift „Nature“ berichten.
Planet HD189733b vor seiner Sonne

Planet HD189733b vor seiner Sonne

„Das ist der erste eindeutige Beweis der Präsenz von Wasserdampf in der Atmosphäre eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems”, erklärt Keith Mason, Professor für Astronomie am University College London. „Er liefert uns einen aufregenden Durchbruch in unserem Wissen über extrasolare Planeten und repräsentiert einen echten Schritt nach vorne bei der Lösung der Frage, ob wir allein im Universum sind oder ob es Leben auf anderen Planeten gibt.“

Gasriese passiert vor seinem Stern


Immerhin mehr als 200 extrasolare Planeten, die Sterne in der Nähe unserer Sonne umkreisen, kennen die Astronomen bisher bereits. Der jetzt untersuchte Planet HD189733b umkreist einen 63 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern im Sternbild Vulpecula, Fuchs.. Der Gasriese ist 15 Prozent größer als der Jupiter, bewegt sich aber mehr als 30 Mal näher an seiner Sonne als die Erde und ist daher extrem heiß.

Bei ihrer Entdeckung profitierten die Astronomen von der für sie günstigen Umlaufbahn des Planeten, denn er wandert von der Erde gesehen direkt vor seiner Sonne vorbei. Mithilfe des Spitzer-Teleskops der NASA konnte ein internationales Astronomenteam dadurch genau analysieren, welche Wellenlängen des Sternenlichts von der Atmosphäre des Planeten absorbiert werden. Die Forscher unter Leitung von Giovanna Tinetti vom Institute d’Astrophysique de Paris werteten die Absorptionsspektren im Infrarotbereich aus und errechneten daraus die genauen Parameter für das Wasser.


„Fingerabdruck“ des Wassers


„Die Anfangsdaten enthielten mehr als 500 Millionen einzelne Absorptionswerte”, erklärt Bob Barber vom University College in London, der gemeinsam mit seinem Kollegen Professor Jonathan Tennyson die Wasserspuren ermittelte. „Aus diesen errechneten wir die Absorptionsparameter. Jeder Wert ist dabei einzigartig, wie ein Fingerabdruck, und liefert uns entscheidende Hinweise über die vorhandene Wassermenge und die Temperatur der Atmosphäre.“

„Teile der Atmosphäre von HD 189733b sind sehr heiß – um die 2.000 Grad“, ergänzt Tennyson. „Man braucht die Millionen von Absorptionslinien, die wir analysierten, um das herauszufinden, um zu sehen, wo genau die Lücken in der Absorption auftreten, die das Licht durchlassen.“

Erster Schritt hin zu weiteren Entdeckungen


Obwohl der Planet damit alles andere als bewohnbar ist und eher eine lebensfeindliche Umwelt bietet, deutet diese Entdeckung darauf hin, dass Wasser auch auf extrasolaren Planeten durchaus häufig sein könnte. Die Forscher rechnen damit, die Methode künftig auch bei anderen Planeten einsetzen zu können und so eines Tages auch lebensfreundlichere Bedingungen zu finden.

“Der Heilige Gral für einen Planetenjäger ist es, einen erdähnlichen Planeten zu entdecken, der zudem noch Wasser in der Atmosphäre enthält”, erklärt Tinetti. „Diese Entdeckung, wenn sie stattfindet, wird den Beleg dafür liefern, dass Planeten außerhalb unseres Sonnensystems Leben beherbergen könnten. Unser Nachweis von Wasser auf einem Gasriesen ist ein erster entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer solchen Entdeckung.“
(University College London, 13.07.2007 - NPO)
 
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