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Mittwoch, 25.01.2017
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Neue Hoffnung gegen Schmerzen

Entscheidendes Molekül der Schmerzregulation identfiziert

Ein Schleimpilz hat Wissenschaftlern dabei geholfen, die Struktur eines auch beim Menschen entscheidenden Schlüsselmoleküls für die Schmerzregulation zu enträtseln. Die jetzt in “Nature” veröffentlichten Ergebnisse könnten die Entwicklung von Schmerzmitteln der nächsten Generation beschleunigen und endlich auch wirkungsvolle Hilfe gegen Migräne oder chronische Rückenschmerzen liefern.
Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

Im Gegensatz zum akuten Schmerz, der als Warnsignal des Körpers durchaus eine wichtige Funktion besitzt, haben chronische Schmerzen keinen erkennbaren physiologischen Sinn. Betroffene leiden oft jahrelang unter Schmerzen, ohne dass ihnen dauerhaft und effektiv geholfen werden kann. Nach Angaben der Deutschen Schmerzliga leiden mindestens acht Millionen Bundesbürger an schweren Dauerschmerzen. Die Behandlung dieser Schmerzen ist schwierig und oft nicht ausreichend.

Jetzt aber haben Wissenschaftler der Universität von Manchester mithilfe eines vermeintlich primitiven Einzellers möglicherweise einen neuen Ansatz zur Schmerztherapie eröffnet. Sie nutzten die mikroskopisch kleinen Zellen des Schleimpilzes Dictyostelium, um ein für die Schmerzsteuerung entscheidendes Molekül, den Rezeptor P2X, zu analysieren.

“Beim Menschen sehen dies P2X-Rezeptoren alle gleich aus, daher haben Forscher Schwierigkeiten zu verstehen, wie sie genau funktionieren”, erklärt Chris Thompson von der Universität von Manchester, der die aktuelle Studie gemeinsam mit seinen Kollegen Professor Alan North und Dr. Sam Fountain durchführte. „Indem wir uns den Schleimpilz anschauen konnte wir die evolutionäre Uhr um eine Milliarde Jahre zurückdrehen und uns anschauen, wie ein einfacheres P2X-Molekül funktioniert.

Zwar zeigte sich, dass es nur zehn Prozent Übereinstimmung zwischen der menschlichen und der Schleimpilz-Variante des P2X-Rezeptors gibt, doch gerade dieser Teil scheint entscheidend für die Regulation von Schmerzen verantwortlich zu sein.


„Dies ist ein großer Schritt hin zum Verständnis der Funktion des Moleküls“, so Thompson. „Das macht es uns möglich Wirkstoffe zu entwickeln, die die Funktion des Rezeptors gezielt stören oder blockieren. Die Hemmung von P2X als potenzielle Schmerztherapie wäre der Heilige Gral der Wirkstoffforschung und könnte die Art und Weise, wie wir chronische Schmerzen wie Migräne oder Rückenschmerzen heute behandeln, komplett revolutionieren.“
(University of Manchester, 12.07.2007 - NPO)
 
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