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Sonntag, 26.03.2017
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Meeresbewohner werden kränker

Herpes bei Schildkröten, Stress bei Austern

Die Bewohner der Meere werden immer kränker: Eine Langzeitstudie der Cornell University und des National Center for Ecological Analysis and Synthesis (NCEAS) hat die Zunahme von Krankheiten bei vielen Arten von Meeresorganismen nachgewiesen. Die im Magazin Public Library of Science Biology veröffentlichte Studie zeigt, dass insbesondere Säugetiere, Weichtiere und Seeigel häufiger krank sind.
Leben im Meer

Leben im Meer

Die Studie deckt zum Beispiel auf, dass Meeresschildkröten immer häufiger an Tumoren leiden, die von einem Herpesvirus ausgelöst wurden. Weichtiere, wie zum Beispiel gezüchtete Austern, weisen immer häufiger Stresssymptome aus, die durch Klimaveränderung und Aquakultur-Praktiken hervorgerufen sein können. Einzig Seegras und Haie zeigen keinen Anstieg von Krankheiten. Bei Fischen wurde keine höhere Krankheitsinzidenz nachgewiesen, was jedoch nach Ansicht der Wissenschaftler auf eine Abnahme der Fischbestände durch Überfischung der Meere und andere Faktoren zurückzuführen ist.

Jessica Ward, Doktorantin der Cornell University und Hauptautorin der Studie, stellt zu den rückläufigen Fischbeständen folgenden Vergleich an: "Ohne Zweifel gibt es immer weniger Fälle von Lungenentzündung bei Veteranen des zweiten Weltkrieges, das heißt jedoch nicht, dass die Veteranen gesünder werden. Sie werden einfach weniger, und genauso ist es auch mit Fischbeständen." Tatsächlich gibt es unter einigen Fischspezies nur noch so wenige Exemplare, dass keine Untersuchungen über einen Anstieg der Krankheiten mehr möglich sind.

C. Drew Harvell, Cornell-Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie, bemerkt, dass dies die erste quantitative Studie ist, die zum Ergebnis kommt, dass Krankheiten in Ozeanen im Steigen sind. Schwierig war es vor allem, frühere Daten mit Vergleichszahlen zu finden. Es wurde auf Literatur zurückgegriffen, und gezählt, wie oft Krankheiten bei Meerestieren früher schon aufgetreten waren. Eine Gegenprobe wurde gleichzeitig mit der Verbreitung von Waschbären-Tollwut, einer am Land sehr häufigen Krankheit unter Tieren, gemacht, und verglichen, wie viele Fälle von Waschbär-Tollwut es in der Literatur gibt und wie diese Zahlen in der Realität heute aussehen. Da die Zahlen gute Übereinstimmungen zeigten, griff man auch bei der Meeresstudie auf Literaturangaben zurück.
(Pressetext Europe, 15.04.2004 - NPO)
 
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