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Freitag, 24.03.2017
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Mehr Durchblick für Umwelt und Olympia

Neues Modell verbessert Vorhersage von Seegang und Wetter im Gelben Meer

Wissenschaftler haben jetzt ein internationales Modell- und Beobachtungssystem für das Gelbe Meer zwischen China und Korea um einen wichtigen Umweltparameter, den Schwebstoffeintrag, ergänzt. Das gesamte System soll zu den Segelwettbewerben der Olympischen Spiele 2008 in China einsatzbereit sein. Es wird die Vorhersage der lokalen Wettersituation sowie des Wellengangs, der Gezeiten, der Wasserstände und der Strömungsverhältnisse ermöglichen.
Satellitenbild des chinesischen Meeres

Satellitenbild des chinesischen Meeres

Schwebstoffe bestehen zum großen Teil aus nichtorganischen Sedimentteilchen, die beispielsweise aus Flüssen ins Meer gelangen. Sie bestimmen, wie viel Licht ins Wasser eindringen kann und wie tief. Davon wiederum hängt das Wachstum von Plankton und Wasserpflanzen ab - die Grundnahrung vieler Fisch- und Garnelenarten. Gleichzeitig können aber an diesen kleinen Teilchen auch Giftstoffe aus Landwirtschaft und Industrie angelagert sein. Eine Vorhersage, wie sich die Schwebstoffe im Meer und an den Küsten verteilen, ist somit ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zum Krisenmanagement zum Beispiel nach einem Giftunfall.

Forscher aus Dänemark, China, Südkorea und Deutschland starteten Anfang Juni das EU-Projekt YEOS - die Abkürzung steht für "YEllow Sea Observation, forecasting and information System". Durch den Beitrag der Helmholtz-Wissenschaftler des GKSS-Forschungszentrums aus Geesthacht kann das Vorhersagesystem in Zukunft auch in den Bereichen Umweltschutz und Krisenmanagement eingesetzt werden. Es kommt zunächst den im Gelben Meer stattfindenden Segelwettbewerben zugute. Später jedoch werden die lokalen Fischer und der Frachtverkehr vom neuen Vorhersagesystem profitieren.

"Die Kollegen aus China und Korea liefern Messdaten, beispielsweise der lokalen Tiefenverteilung des Meeres, der Wassereinträge aus den Flüssen und alle verfügbaren Wetter-, Wasser- und Meeresdaten“, erklärt Heinz Günther, Küstenforscher der GKSS aus Geesthacht die Arbeiten. „Das heute schon bestehende Messnetz aus Bojen und Messplattformen wird in den kommenden Monaten noch ausgebaut. Gleichzeitig werden vorhandene Wetter- und Meeresmodelle aller beteiligten Forscher zusammengeführt und an die Verhältnisse im Gelben Meer angepasst."


Durch die Ergänzung geht das mathematische Modell über ein reines Wind-, Wellen- und Strömungsvorhersagesystem hinaus. "Unsere bereits bestehenden dreidimensionalen Modelle für Nord- und Ostsee sind auch in der Lage, den Schwebstoffeintrag nach Stürmen oder Fluten vorauszuberechnen", erklärt der GKSS- Wissenschaftler Gerhard Gayer, der für das Einarbeiten des Geesthachter Rechenmodells in das dänische Basis-System verantwortlich ist.
(GKSS-Forschungszentrum Geesthacht, 04.07.2007 - NPO)
 
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