• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 26.05.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Tsunamis ins Leere laufen lassen

Frühwarnsystem in Indonesien wird weiter ausgebaut

Das Frühwarnsystem für Tsunamis im Indischen Ozean soll weiter ausgebaut werden. Als Grundlage dienen den beteiligten deutschen Forschern die detaillierten Überflutungs- und Evakuierungssimulationen für die Stadt Padang in West Sumatra, Indonesien. Das Ziel ist die effektive Ausarbeitung einer Tsunami-Frühwarnkette einschließlich der bedeutsamen „Letzten Meile“ zum einzelnen Bürger. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit rund 1,2 Millionen Euro.
Tsunami

Tsunami

Die Stadt Padang ist mit etwa einer Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Sumatras und durch ihre unmittelbare Küstenlage auf Meeresniveau eine Hochrisikozone in einer von Erdbeben und dadurch von Tsunamis gefährdeten Region. An der gesamten Westküste Sumatras kann ein Tsunami die küstennahen Städte in etwa 18 bis 20 Minuten erreichen. Das Projekt „Last-mile - Evacuation“ soll mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über die detaillierte Überflutungsdynamik und optimale Frühwarn- und Evakuierungsmechanismen in Padang zu dem ebenfalls vom BMBF geförderten Großprojekt zum Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean (GITEWS) beitragen, das das GeoForschungsZentrum Potsdam leitet.

Letzte Meile im Visier


Für „Last-mile - Evacuation“ kombinieren die Wissenschaftler unter der Leitung des Franzius-Instituts für Wasserbau und Küsteningenieurwesen der Leibniz Universität Hannover satellitenbasierte Erdbeobachtungsdaten, Simulationen der Überflutungsdynamik sowie das voraussichtliche Evakuierungsverhalten der Bevölkerung. Mittels der Daten entsteht eine „visualisierte, künstliche Welt“ der Stadt Padang. Zudem wird eine Fläche von 500 Quadratkilometern dafür in einem Teilvorhaben des Projekts mit einem Stereo-Kamerasystem beflogen, wodurch Geländehöhen und auch Einzelgebäude hochpräzise erfasst werden können. Die Forscher wollen den Verkehrsfluss im Falle einer Flucht in großen Teilen des Straßennetzes simulieren.

Ziel des Projekts ist die ganzheitliche und effektive Bestimmung der Tsunami-Frühwarnkette in der Stadt Padang. Dieses Ziel baut auf den Komponenten der Detektion des Tsunamis im Tiefwasser sowie der Prozessierung der Daten und der Alarmauslösung im zentralen indonesischen Krisen- und Informationszentrum auf und stellt damit ein lokal angepasstes Warnsystem in Padang her. Letztlich sollen die Evakuierungsmechanismen und darauf aufbauend Empfehlungen der Entfluchtung in Padang bereitgestellt werden. Durch die Simulation der Verkehrsflüsse sollen Probleme bei der Evakuierung (so genannte „bottlenecks“) erkannt und - soweit möglich - frühzeitig entschärft werden.


Prototyp im Aufbau


Seit dem verheerenden Tsunami am 26. Dezember 2004 arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler indonesischer und deutscher Forschungsinstitute an der Einrichtung eines zuverlässigen Tiefwasser- Frühwarnsystems mit GPS-Bojen und Ozeanboden-Drucksensoren, das Ende des kommenden Jahres als Prototyp vor der Küste Indonesiens funktionstüchtig sein soll.

Das Verbundvorhaben „Last-mile - Evacuation“ bezieht lokale Behörden und Nicht-Regierungsorganisationen in Padang sowie indonesische Forschungseinrichtungen ein. Zudem ist die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in der Region geplant. In Deutschland sind unter anderem das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU- EHS), die Universität Würzburg, die Technische Universität Berlin, das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie kleine und mittelständische Unternehmen beteiligt.
(idw - Leibniz Universität Hannover, 28.06.2007 - AHE)
 
Printer IconShare Icon