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Samstag, 21.01.2017
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Gen-Doping im Visier

Welt Anti-Doping Agentur fördert Entwicklung eines neuen Nachweisverfahrens

Spezialisten befürchten bereits seit geraumer Zeit, dass im Spitzensport genetisch manipuliert wird. Bei diesem so genannten Gen- Doping wird die Erbsubstanz DNA von leistungsrelevanten Genen in die Körperzellen der Sportler eingeschleust. Noch lässt sich dieses Verfahren nicht nachweisen. Doch nun fördert die Welt Anti- Doping Agentur (WADA) die Entwicklung eines Gen-Doping-Tests an der Universitätsklinik Tübingen mit 500.000 US-Dollar.
Leistung dank Doping?

Leistung dank Doping?

Nach der Einschleusung der Gene produziert die in der betroffenen Zelle vorhandene Maschinerie zur Herstellung von Eiweißstoffen entsprechend des neu eingebrachten DNA-Bauplans mehr körpereigene leistungssteigernde Stoffe. Möglich wird das beispielsweise durch die Verwendung geeigneter Viren als Genfähren, die in der Lage sind, transgene DNA entweder ins menschliche Genom einzubauen oder im Zellplasma einzulagern. Das resultierende Genprodukt ist mit der natürlichen Substanz identisch und kann bei Verwendung neuster Gentransfer-Technologie sogar gezielt bei Bedarf und nur in bestimmten Zellen des Körpers produziert werden. Deshalb lässt sich mit den bisherigen Methoden Gen-Doping nicht nachweisen.

Dies ist der Ausgangspunkt des Tübinger Forschungsvorhabens, das es zum Ziel hat, so rasch als möglich eine Lücke in der Doping-Überwachung durch die Entwicklung eines neuen Nachweisverfahrens zu schließen. Dr. Perikles Simon, Leiter des Molekularbiologischen Labors der Tübinger Sportmedizin, hat solch ein Verfahren entwickelt, mit dem sich geringste Spuren transgener DNA zum Beispiel im Blut nachweisen lassen. Zusammen mit Prof. Ulrich Lauer und Prof. Michael Bitzer, den Leitern der Tübinger AG Molekulare Onkologie, wird jetzt ein entsprechendes Testverfahren entwickelt und auf seine Praxistauglichkeit untersucht.

Dabei ist die so genannte Spezifität beim Einsatz am Athleten besonders kritisch zu beleuchten. Diese gibt an, wie gut das Verfahren in der Lage ist, nicht Gen-gedopte Athleten auch sicher als ungedopt zu erkennen. Der Weg vom Labor in die Praxis steht folglich im Mittelpunkt des Vorhabens. Dabei muss als erster Punkt in der Anwendung geklärt werden, wie Blutproben zu entnehmen und für das hoch-sensible Testverfahren aufzuarbeiten sind. Spezialisten für DNA- Probengewinnung des Bundes-Kriminalamtes haben dazu bereits ihre Hilfestellung signalisiert.
(idw - Universitätsklinikum Tübingen, 28.06.2007 - AHE)
 
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