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Dienstag, 25.07.2017
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Massenexodus durch Desertifikation befürchtet

Wüstenbildung bedroht ein Drittel der Menschheit

Immer mehr Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage durch die zunehmende Trockenheit und die Ausbreitung der Wüsten. Die Desertifikation könnte noch innerhalb dieser Generation zu Massenfluchten aus den Dürregebieten führen, so die Einschätzung einer neuen Studie von Wissenschaftlern der Vereinten Nationen.
Wüste

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In der am 28 Juni im Hauptquartier der UNO in New York vorgestellten Studie warnen die Wissenschaftler vor der Bedrohung der internationalen Stabilität durch den Verlust der Bodenfruchtbarkeit und der Degradation der natürlichen Lebensgrundlagen. Sie schlagen zudem eine mehrgliedrige Strategie auf allen Regierungsebene vor. „Es ist zwingend, dass effektive Politik und nachhaltige Praxis dazu eingesetzt werden, den Niedergang der Trockengebiete aufzuhalten“, erklärt Hans van Ginkel, Rektor der UN Universität und UN-Untergeneralsekretär.

Ein Drittel der Menschheit gefährdet


Zwei Milliarden Menschen und damit ein Drittel der gesamten Menschheit sind bereits jetzt potenzielle Opfer der Desertifikation, so die Studie. Ohne Gegenmaßnahmen werden schon in den nächsten zehn Jahren mehr als 50 Millionen Menschen heimatlos und könnten zu Umweltflüchtlingen werden. Die Anzahl dieser Flüchtlinge überträfe die gesamte Bevölkerung von Südafrika oder Südkorea – und sie wären erst der Beginn.

Die Wissenschaftler, gestützt auf die Daten von mehr als 200 Experten aus 25 Ländern, fordern die Regierungen dazu auf, eine breitere, übergeordnete Sicht der Problematik anzunehmen und vermehrt koordinierte und integrierte Maßnahmen zu ergreifen. Bisher seien allzu oft Entscheidungen in isolierten Bereichen und Ebenen getroffen worden, die sich gegenseitig behinderten und kontraproduktiv seien. Gefragt sei jetzt eine Strategie, die sowohl den Kampf gegen die Wüstenbildung als auch gegen den Klimawandel und die Armut umfasst.


Mangelnde Koordination der Maßnahmen


„Einige Kräfte der Globalisierung streben die Reduktion der ökonomischen Ungleichheit an und wollen die Armut bekämpfen, tragen aber gleichzeitig dazu bei, die Desertifikation zu verstärken, wie beispielsweise absurde landwirtschaftliche Subventionen“, erklärt van Ginkel. „Eine Reform der Maßnahmen gegen die Desertifikation repräsentiert gleichzeitig auch eine Chance, weltweit effektiver gegen den Klimawandel vorzugehen und beispielsweise mehr atmosphärisches Kohlendioxid zu binden“, so Zafar Adeel, Hauptautor der Studie.

Konkret schlugen die Wissenschaftler unter anderem vor, Wassermangel nicht als unvermeidlich anzusehen und die Bewohner von Trockengebieten durch finanzielle Hilfen zu einer ökologisch sinnvollen Landnutzung ermutigen. Dazu gehöre beispielsweise die Förderung und Schaffung von Möglichkeiten, den Lebensunterhalt auch im nicht-landwirtschaftlichen Bereich zu erwirtschaften. Auch die stärkere Einbindung der Kommunen und örtlichen Gremien und eine stärkere Transparenz und Beteiligung der unterschiedlichen Aktionsebenen sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch auf internationaler Ebene fordern die Experten eine stärkere Vernetzung und mehr Kommunikation und Absprachen zwischen den verschiedenen multinationalen Gremien und Konventionen. Nur eine Synchronisation der verschiedenen Maßnahmen und Strategien könne sowohl soziale als auch ökologische Ziele erreichbar machen. Um Fortschritte besser bewerten zu können, sei es darüber hinaus dringend nötig, einen einheitlichen Satz von Indikatoren und Datenerfassungsmethoden zu entwickeln.
(United Nations University, 28.06.2007 - NPO)
 
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