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Samstag, 21.01.2017
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Was ist dran am Siebenschläfer?

Wie verlässlich sind die Sommerwetterprognosen?

Wird es regnen oder wird es nicht regnen? Am 27. Juni achten besonders viele Menschen auf die Erscheinungen am Himmel: Denn am Siebenschläfertag entscheidet sich nach alter Bauernregel das Sommerwetter. Aber stimmt das überhaupt?
Der Siebenschläfer, das kleine eichhörnchenähnliche Tier, hat allerdings mit der Namensgebung für diesen Tag nichts zu tun. Der Name für diesen Tag leitet sich von der Legende der sieben schlafenden Brüder ab, die als Christen im alten Rom des 3. Jahrhunderts verfolgt wurden und in einer Höhle eingemauert 195 Jahre lang schliefen.

Siebenschläfer: Langsamer altern im Schlaf.

Siebenschläfer: Langsamer altern im Schlaf.

Erste Juliwoche zählt


Aber nicht nur der Namensursprung sorgt für Verwirrung. Auch der Siebenschläfertag selber unterliegt einem Irrtum, er ist das Ergebnis eines Rechenfehlers. Mit der gregorianischen Kalenderreform im Jahre 1582 wurden nämlich zehn Tage ersatzlos gestrichen. Das Datum für den Siebenschläfertag, das bei den Bauern schon viel früher bekannt war, wurde aber nicht geändert. In den Himmel nach dem Wetter zu schauen für die Sommerwetterprognosen wäre demnach eigentlich erst am 7. Juli angebracht.

Grundsätzlich ist allerdings ohnehin weniger der spezifische Tag entscheidend, als vielmehr de Großwetterlage in der Zeit Ende Juni/Anfang Juli. Hat sich zu diesem Zeitüunkt ein stabiles Hoch etabliert bzw. eine Wetterlage, die die Tiefdruckgebiete um Mitteleuropa herumlenkt, stehen die Chancen für einen freundlichen Juli gut. Aus der Siebenschläferzeit lassen sich nach Angaben von Meteorologen immerhin Rückschlüsse auf den Gesamtmonat Juli mit einer Trefferquote von 60-80 Prozent ziehen – allerdings gilt dies vor allem für Süddeutschland. Im Norden ist die Übereinstimmung deutlich geringer.


Tierischer Namensvetter vom Aussterben bedroht


Dem Siebenschläfer (Glis glis) ist das alles völlig gleichgültig - denn diese Tierart ist im Norden Deutschlands inzwischen vom Aussterben bedroht und wurde deshalb im Jahr 2004 zum "Tier des Jahres" gewählt. Das nur ungefähr 15 Zentimeter lange und 100 Gramm schwere Tier mit einem grauen Körper und buschigen Schwanz gehört zu den geschützten Arten in Deutschland.

Der Name Siebenschläfer stammt von dem rund siebenmonatigen Winterschlaf, den der gefräßige und nachtaktive Nager aus der Familie der Bilche von Anfang Oktober bis Anfang Mai hält. Siebenschläfer bevorzugen großflächige Laub- und Mischwälder in tiefen und mittleren Höhenlagen mit alten Eichen und Buchen. Auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen wie Streuobstwiesen und Scheunen, die ihnen Unterschlupfhöhlen oder -löcher zum Schlafen und Schutz sowie dem klettereifrigen Tier viel Unterhaltung bieten, leben sie gern. Doch diese Lebensräume fehlen heute zunehmend, der Bestand des Schläfers ist deshalb stark zurückgegangen.
(Deutsche Wildtier Stiftung, 25.06.2007 - NPO)
 
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