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Donnerstag, 30.03.2017
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Mit Nervenwasser gegen Hirnhautentzündung

Forscher finden Hinweis auf körpereigenen Wirkstoff gegen Meningitis

Forschern der Charité-Universitätsmedizin Berlin ist ein Durchbruch im Kampf gegen die bakterielle Hirnhautentzündung, die so genannte Meningitis, gelungen. Sie entdeckten einen Botenstoff im Nervenwasser, der die Spätschäden überlebender Meningitis-Patienten vermindern könnte.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

TRAIL ist die Abkürzung des Botenstoffs. Im Englischen bedeutet das Wort auch "der Pfad." Tatsächlich könnten die Forscher um Frauke Zipp, Direktorin der Cecilie-Vogt-Klinik für Molekulare Neurologie an der Charité, und den ehemaligen Charité-Professor Jörg Weber mit TRAIL einen Weg zur Linderung der Folgen einer bakteriellen Meningitis gefunden haben.

Sie stellten den Botenstoff gentechnisch her und injizierten ihn Meningitis-kranken Mäusen. Das Ergebnis: Bei den so behandelten Mäusen ging die Entzündung zurück und es starben weniger Hirnzellen ab. Die Wissenschaftler fanden weiterhin heraus, dass TRAIL auch bei Menschen vorhanden ist, die an Meningitis erkrankt sind. Mehr noch: Mit dem Fortschreiten der Krankheit versucht der Körper, möglichst große Mengen des Botenstoffs im Nervenwasser zu bilden. "Das ist der erste Hinweis, dass TRAIL eines Tages als neuer Entzündungshemmer bei Hirnhautentzündung und anderen Infektionen eingesetzt werden könnte", erklärt Frauke Zipp.

Die bakterielle Meningitis ist auch heute noch eine lebensgefährliche Erkrankung. Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts erkrankten im Jahr 2005 insgesamt 626 Menschen, 44 starben. Kinder und Heranwachsende sind besonders gefährdet. "Dank der heute verfügbaren Antibiotika überleben immer mehr Menschen eine Meningitis", erläutert Zipp.


"Doch viele von ihnen leiden ein Leben lang an den Folgen. Sie können sich nichts merken, sich nicht mehr im Alltag zurecht finden." Die Charité-Forscher hoffen, in den nächsten Jahren auf der Basis des Botenstoffs TRAIL ein Medikament entwickeln zu können, das derartige Hirnschäden verhindern oder zumindest mildern kann.

Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der Juli-Ausgabe der US-Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation (JCI).
(idw - Charité-Universitätsmedizin Berlin, 21.06.2007 - DLO)
 
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