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Freitag, 20.01.2017
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CO2 zurück in die Erde

Europäisches Pilotprojekt CO2SINK geht in die nächste Phase

Gestern ist im brandenburgischen Ketzin der Startschuss für den ersten CO2-Testspeicher auf dem europäischen Festland gegeben worden. Die ersten Speicherkomponenten des Pilotprojekts CO2SINK zum unterirdischen Lagern des Treibhausgases sind aufgebaut und in Betrieb. Auf dem Gelände 30 Kilometer westlich von Berlin finden zurzeit Arbeiten an drei Bohrungen statt.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Nach Abschluss der ersten, 803 Meter tiefen Bohrung, die als Injektionsbohrung dienen soll, hat die zweite Bohrung bereits über 400 Meter Teufe erreicht. Diese und die folgende dritte Bohrung dienen zur Beobachtung und Erkundung der physikalischen und geochemischen Prozesse untertage. Zeitgleich werden die Komponenten der Injektionsanlage aufgebaut, getestet und in Betrieb genommen, so dass die eigentliche Speicherung von CO2 im Herbst beginnen soll.

CO2SINK wichtig für Klimaschutz


Betanken des CO2-Tanks

Betanken des CO2-Tanks

"Unter Federführung des GFZ Potsdam wird in Zusammenarbeit mit 18 Partnern aus neun Ländern europaweit erstmals untersucht, wie CO2 in tief gelegenen - mit Salzwasser gefüllten - porösen Gesteinsschichten eingebracht und gespeichert werden kann", sagte Professor Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam. "Das Projekt CO2SINK dient damit als Pilotvorhaben für viele Gebiete weltweit mit ähnlicher Geologie."

Die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid ist eine mögliche Option zur deutlichen Verringerung der CO2-Emission, wenn in Zukunft dieses Treibhausgas in Kraftwerken bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe abgetrennt wird. Dazu muss aber bekannt sein, welche Prozesse durch die Speicherung im Untergrund ausgelöst werden und was mittel- und langfristig mit dem im Untergrund gespeicherten CO2 geschieht. Erweist sich die CO2-Speicherung als tragfähige Option, wird mit dem CO2SINK-Projekt ein wichtiger Schritt zur Behauptung der Technologieführerschaft in diesem Bereich getan.


"Wenn es gelingt, die Kohlendioxid-Emissionen aus Kohlekraftwerken langfristig sicher im Untergrund zu speichern, können wir den Klimawandel bremsen. Damit gewinnen wir Zeit, um uns mit neuen Technologien aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu lösen", betonte Professor Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Workshop unterstreicht Bedeutung der Pilotanlage


Anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der ersten Bohrung und zur Inbetriebnahme der ersten Komponenten der Injektionsanlage sowie des Feldlabors veranstalteten die European Technology Platform "Zero Emission Fossil Fuel Power Plants" (ETP-ZEP) und das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) eine wissenschaftliche Tagung am GFZ Potsdam mit einem anschließenden Festakt am CO2-Untergrundspeicher in Ketzin. Über 300 Teilnehmer nahmen an diesem Treffen teil, das durch Ministerpäsident Matthias Platzeck und den Kommissar für Energie der Europäischen Union, Andris Piebalgs, eröffnet wurde.

"Dieser Workshop während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft unterstreicht die hohe Bedeutung des Klimaschutzes in Europa und weltweit. CO2-Abscheidung und -Speicherung ist eine entscheidende Lösung beim Kampf gegen den Klimawandel. Die Kraftwerksbetreiber und die Öl- und Gasindustrie sind bereit ihren Beitrag zu leisten und deshalb in der europäischen ZEP-Technologieplattform engagiert, gemeinsam mit der Politik, der Forschung und den Umweltorganisationen", erklärt Professor Kurt Häge, Vorsitzender der ETP-ZEP.
(idw - GeoForschungsZentrum Potsdam/Helmholtz-Gemeinschaft, 14.06.2007 - DLO)
 
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