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Donnerstag, 09.02.2012
Viren nicht schuld an Brustkrebs
Epstein-Barr Virus in Tumorzellen nicht nachweisbar
Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Bisherige Forschungsergebnisse hatten eine virale Ursache dieser Erkrankung nahegelegt. Insbesondere das Epstein-Barr Virus (EBV) stand im Verdacht, bei der Entstehung von Brustkrebs eine entscheidende Rolle zu spielen. Wissenschaftler konnten nun jedoch zeigen, dass eine EBV-Infektion in Tumorzellen des Brustkrebses nicht nachweisbar ist.

Brustkrebszelle
Brustkrebszelle
© NCI
Das EBV ist ein Mitglied der Herpesvirusfamilie und Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Darüber hinaus spielt das Virus bei der Entstehung einiger menschlicher Tumoren eine Rolle, zum Beispiel dem Hodgkin Lymphom und dem Karzinom des Nasenrachenraums. Eine Beteiligung bei der Entstehung des Brustkrebses wäre insofern interessant, als sich daraus neue Wege für eine immunologische Therapie und Prävention dieses Tumors ergeben könnten.

In von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Untersuchungen haben die Forscher um Professor Gerald Niedobitek daher eine Serie von Gewebeproben von Mammakarzinomen auf Anhaltspunkte für eine EBV-Infektion untersucht. Unter Einsatz von molekularen und immunologischen Verfahren konnte gezeigt werden, dass das Virus in vereinzelten tumorinfiltrierenden weißen Blutzellen nachweisbar ist, nicht jedoch in den bösartigen Tumorzellen.

Antikörper geht „fremd“
Weitere Untersuchungen wurden in Kooperation mit den Arbeitsgruppen von Frau Dr. E. Kremmer, GSF, München, und Professor F. Grässer, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg, durchgeführt, um die Ursache der Diskrepanz zwischen diesen Befunden und den Ergebnissen anderer Arbeitsgruppen zu erklären.

Die Forscher konnten zeigen, dass ein in bisherigen Studien häufig eingesetzter Antikörper zum Nachweis des EBV nicht nur mit dem Virus sondern auch mit einem zellulären Tumorantigen (MAGE4) reagiert. Hierdurch lassen sich falsch positive Befunde erklären. Zusammenfassend zeigen diese Untersuchungen nach Ansicht der Wissenschaftler, dass es gegenwärtig keine verlässlichen Anhaltspunkte für eine Beteiligung des EBV bei der Entstehung des Brustkrebses gibt.
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