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Freitag, 19.03.2010
Forscher züchten Gehirnstammzellen
Neue Methode erlaubt Erforschung von Stammzellen und Nervenneubildung in der Zellkultur
Wissenschaftler können künftig Stammzellen erwachsener Mäuse und die Neubildung von Nervenzellen über lange Zeiträume in der Zellkultur untersuchen. Denn ein Forscherteam hat eine neue Methode entwickelt, mit der in der Kultur nicht irgendwelche Nervenzellen entstehen, sondern genau die, die die Stammzellen auch im Gehirn selbst bilden würden.

Mesenchymale Stammzellen
Mesenchymale Stammzellen
© Martin Gastens / Herz- und Diabeteszentrum NRW
Die Zellen stammen aus einer Region des Hippocampus, dem Gyrus dentatus, einer Insel im Gehirn für die Nervenzellneubildung Erwachsener. Wie die Forscher um Harish Babu und Dr. Gerd Kempermann vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) zusammen mit Kollegen der Volkswagenstiftung an der Charité in der amerikanischen Fachzeitschrift Plos ONE berichten, konnten sie nachweisen, dass der Hippocampus erwachsener Mäuse wirklich Zellen mit Stammzelleigenschaften enthält. Dies war bisher immer wieder bezweifelt worden war.

Diese Stammzellen können sich, so die Wissenschaftler, unter bestimmten Bedingungen zu den Nervenzellen des Hippocampus weiterentwickeln.

Neues Werkzeug für die Stammzellforschung
Die Forscher haben damit ein wichtiges Werkzeug in der Hand, um Stammzellen und ihre Regulationsmechanismen im Hippocampus, einer Hirnregion von großer Bedeutung für Lernen und Gedächtnis, zu erforschen.

Kempermann und andere Forscher hatten vor Jahren zeigen können, dass auch das Gehirn Erwachsener in der Lage ist, neue Nervenzellen zu bilden. Die Forscher vermuten, dass die neugebildeten Nervenzellen des Hippocampus ihn an veränderte Erfordernisse im Laufe des Lebens anpassen. Ob und inwieweit sich diese neuen Zellen oder ihre Vorläuferzellen, die Stammzellen, für die Entwicklung von Therapien für Demenzerkrankungen nutzen lassen, wird die Zukunft zeigen.
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