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Freitag, 10.02.2012
Fällt der Spreewald trocken?
Wasserhaushalt im Spreewald bis 2050 untersucht
Hält die jetzige Klimaentwicklung an, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Wasserhaushalt des Spreewalds haben. Dies zeigen Ergebnisse von Untersuchungen im Rahmen des BMBF-Projektes GLOWA-Elbe, in dem sich Wissenschaftler mit den Auswirkungen des globalen Wandels auf den Wasserhaushalt, auf Umwelt und Gesellschaft im gesamten Elbegebiet auseinandergesetzt haben.

Spreewald
Spreewald
© Thomas Kartschall/PIK Potsdam
Die Forscher legten für die Prognosen bis zum Jahr 2050 verschiedene Szenarien der Klimaentwicklung zugrunde. Alle Modelle ergeben erhebliche Auswirkungen auf das Feuchtgebiet Spreewald. Abnahme von Niederschlägen und zunehmende Verdunstung in den Sommermonaten sowie damit einhergehend der Rückgang der Grundwasserneubildung führen zu wachsenden Problemen hinsichtlich der Wasserverfügbarkeit. Die durch den Bergbau mit dem Rückgang der Sümpfungswässereinleitung und der Flutung der Tagebaue verursachten Veränderungen des Wasserhaushaltes verschärfen diese Situation. Sie haben einen ähnlich großen Einfluss wie die sich verändernden klimatischen Bedingungen.

Die Folge dessen, so die Wissenschaftler, wird eine Zunahme des Wasserdefizits im Spreewald vor allem in den Sommermonaten sein. Im Norden und Südden der Niederung sowie in den Bereichen des Spreewaldes, die heute vorzugsweise von den Zuflüssen der Malxe versorgt werden, rechnen die Forscher mit erheblichre Absenkung des Grundwassers. Mögliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Ökologie sind dann zum Beispiel Ertragseinbußen bei der Grünlandnutzung, der Rückgang spreewaldtypischer Lebensräume wie Feuchtwiesen oder nasse Erlenwälder sowie eine massive weitere Schädigung der wertvollen Niedermoore des Spreewaldes.

Nach 2040, wenn die Klimawirkungen zunehmen und sich mit dem Auslaufen des Bergbaus überlagern, kann es laut der Prognosen in trockenen Sommermonaten sogar zu extremem Wassermangel kommen. In starkem Maße davon betroffen wären auch die Zuflüsse der Spree nach Berlin.

Der zunehmenden Verschärfung dieser Konflikte könne und müsse nach Ansicht der Forscher mit der vorausschauenden Planung der Wasserbewirtschaftung in den langfristigen regionalen Entwicklungskonzepten entgegen gewirkt werden. Das Forschungsprojekt und die vorgestellten Ergebnisse sollen dabei einen Anfang darstellen. Ausgehend von Risikoanalysen für verschiedene Entwicklungen wollen die Wissenchaftler nun unter Einbeziehung der Nutzer des Spreewaldes und der Abwägung der verschiedenen Interessen Handlungsstrategien zur Bewältigung des Wassermangels entwickeln.

In ersten Modellen wird dabei zum einen auf eine Umverteilung der Wasserressourcen durch geänderte Prioritäten der Wasserbereitstellung gesetzt, zum anderen auf eine Zuführung von Wasser aus dem Einzugsgebiet der Oder. Während ersteres Probleme wegen der Bevorzugung bzw. Benachteiligung von Nutzungen aufwirft, ist letzteres insbesondere aufgrund der hohen Kosten problematisch.

Wie die Entscheidungen ausfallen werden, ist heute noch nicht abzusehen. Unumstößliche Tatsache aber sei, dass dem globalen Wandel in den langfristigen Planungen der Land- und Forstwirtschaft, des Tourismus und des Naturschutzes stärker als bisher Rechnung getragen werden müsse, damit im Konsens der Nutzer notwendige wasserwirtschaftliche Maßnahmen realisiert werden.
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