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Sonntag, 23.07.2017
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Ältester Regenwald der Erde entdeckt

Ausgedehnter und gut erhaltener fossiler Wald ist 300 Millionen Jahre alt

Den bisher ältesten Regenwald der Erde haben Wissenschaftler jetzt in den USA entdeckt. Die 300 Millionen Jahre alten, gut erhaltenen fossilen Pflanzenreste geben einen spektakulären Einblick in eine ausgestorbene Pflanzenwelt und die Ökologie der Zeit.
Fossilisierte Pflanzenreste

Fossilisierte Pflanzenreste

Howard Falcon-Lang von der Universität von Bristol in England entdeckte zusammen mit amerikanischen Kollegen den Regenwald in einem alten Kohlenbergwerk im amerikanischen Bundesstaat Illinois. “Es war eine faszinierende Erfahrung. Wir fuhren in einem gepanzerten Fahrzeug in die Mine bis rund hundert Meter unter der Oberfläche“, berichtet Falcon-Lang. „Der fossile Wald wurzelte auf der Oberfläche des Kohlenflözes. Wo die Kohle abgebaut war, konnte man daher den Wald an der Decke der Minengänge sehen.“

Wie sie jetzt in der Fachzeitschrift Geology berichten, verdanken die Fossilien ihren guten Erhaltungszustand einem großen Erdbeben, das sich vor 300 Millionen Jahren ereignete. Das Beben ließ den Untergrund plötzlich unter den Meeresspiegel absinken und der gesamte Wald wurde unter Schlamm begraben und so konserviert.

Der fossile Regenwald ist der größte, der jemals gefunden wurde. Er bedeckt mehr als 10.000 Hektar, ein Gebiet von zehn Kilometern Ausdehnung in jede Richtung. Die Fossilien geben einen einzigartigen Schnappschuss eines Regenwaldökosystems vor 300 Millionen Jahren. Er besteht aus einer bizarren Mixtur ausgestorbener Pflanzen: Vielfältige Bärlappgewächsen - viele mehr als 40 Meter hoch - überragen eine Schicht von Baumfarnen gemischt mit Sträuchern und baumgroßen Schachtelhalmen.


Ein Stück Regenwald der Karbonzeit


An keiner anderen Stelle der Erde ist es möglich, im wahrsten Sinne des Wortes durch ein Stück Regenwald der Karbonzeit zu laufen. „Wir liefen über Meilen stockfinstere Passagen entlang mit dem Regenwald direkt über unseren Köpfen“, so Falcon-Lang. In ihrer Studie rekonstruieren die Forscher den Regenwald aus dem Karbon mit der größten räumlichen Ausdehnung, die jemals unternommen wurde. Die Fossilien zeigen, dass die ersten Regenwälder der Erde sehr vielfältig waren und dass die in ihm enthaltenen Baumarten mit der Landschaft variieren.

„Zuvor wussten wir nur sehr wenig über die ökologischen Präferenzen und Strukturen dieser alten Pflanzen, da es nichts vergleichbares gab“, erklärt der Wissenschaftler. „Diese Entdeckung aber erlaubt es uns nachzuverfolgen, wie die Artenzusammensetzung des Waldes sich mit der Landschaft ändert und wie die Zusammensetzung mit der Umgebung variiert.“
(University of Bristol, 23.04.2007 - NPO)
 
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