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Dienstag, 17.10.2017
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Mehrzweck-Eisbrecher geplant

Technische Entwicklungsarbeiten für AURORA BOREALIS gehen voran

Die Planungen für einen neuen deutschen Forschungseisbrecher gehen weiter: Als Kombination aus Eisbrecher, Bohrschiff und Mehrzweck-Forschungsschiff wird die AURORA BOREALIS zu allen Jahreszeiten in polaren Gebieten und in der offenen See einsetzbar sein. Nun wurden Fördermittel bewilligt, um die nötige technische Entwicklung für diesen weltweit noch nie gebauten Schiffstypen weiter voranzutreiben.
Polarstern an der Schelfeiskante

Polarstern an der Schelfeiskante

Die AURORA BOREALIS wird zur Klasse der schweren Eisbrecher gehören. Vergleichbar den russischen Schiffstypen mit mehr als 50 MW Antriebskraft lässt sich damit die ganzjährige Einsatzbereitschaft in fast allen Regionen der Arktis gewährleisteten. Nach den Plänen der Entwickler können die Forscher an Bord des Schiffes sowohl meteorologische, biologische, ozeanographische, glaziologische, geologische als auch geophysikalische Untersuchungen durchführen. Zusätzlich werden die technischen Voraussetzungen für Fernerkundung, Meerestechnik, das so genannte „Subsea Floor Engineering“ und arktische Tiefseebohrungen geschaffen.

Bohrungen unter dem Eis


Als weltweite Besonderheit wird AURORA BOREALIS zudem Tiefseebohrungen auch unter einer geschlossenen Meereisdecke ermöglichen. Das Bohrgestänge der AURORA BOREALIS ist dabei für Operationstiefen bis zu 4.000 Metern plus 1.000 Meter Bohrtiefe im Sediment ausgelegt. Damit sind immerhin rund 90 Prozent der Tiefseegebiete des Nordpolarmeeres abgedeckt. Besondere technische Vorkehrungen im Schiffsrumpf gewährleisten darüber hinaus, dass auch während des Bohrbetriebes ferngesteuerte Tiefseefahrzeuge (ROV), autonome Wasserfahrzeuge (AUV) oder Meeresbodenobservatorien eingesetzt werden können.

Aurora Borealis

Aurora Borealis

Zu den technischen Innovationen sollen zudem modularisierte mobile Laborsysteme, die eine aufgabenspezifische Auswahl von Forschungslaboratorien erlauben. Spätere wissenschaftliche Entwicklungen lassen sich so ohne großen Aufwand in das Laborsystem integrieren. Um diese technischen Visionen zu verwirklichen, erhielt nun das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mehr als fünf Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Gemeinsam mit dem Fachbereich Schiffbau der Hochschule Bremen soll damit die technische Entwicklung für den neuen europäischen Forschungseisbrecher AURORA BOREALIS vorangetrieben werden.


Europäisches Interesse


Der Bau des neuen Schiffes steht bereits seit November 2006 im Mittelpunkt des europäischen Forschungsinteresses. Denn die AURORA BOREALIS ist eines von 35 Großforschungsprojekten, die auf die so genannte ESFRI-Liste (ESFRI = European Strategy Forum on Research Infrastructures) der Europäischen Kommission aufgenommen wurden. ESFRI hat die großen Infrastrukturprojekte identifiziert, die für die europäische Forschungslandschaft in den nächsten Jahrzehnten von höchster Priorität sind.

Zur Vorbereitung und zur Entwicklung der Managementstrukturen dieser 35 Großprojekte stellt die Europäische Kommission in ihrem 7. Forschungsrahmenprogramm rund 200 Millionen Euro zur Verfügung. Gemeinsam mit dem European Polar Board der European Science Foundation wird das AWI deshalb ebenfalls einen Antrag auf Förderung in diesem Programm stellen. Bereits elf europäische Länder – einschließlich Russlands – haben bereits signalisiert, sich an der nun bewilligten Vorbereitungsphase zu beteiligen.
(Alfred-Wegener-Institut, 17.04.2007 - AHE)
 
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