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Sonntag, 17.12.2017
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Männlich manipuliert man sicherer

Nur Mutterpflanzen geben verändertes Erbgut in Chloroplasten weiter

Männer sind anders, Frauen auch - ähnliches gilt auch für die Pflanzenwelt. Auch hier spielen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern eine Rolle. Max-Planck-Wissenschaftler haben jetzt bestätigt, dass nur Mutterpflanzen verändertes Erbgut in Chloroplasten weitergeben. Dies könnte die Sicherheit beim Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen verbessern.
Keimlinge

Keimlinge

Die Forscher zeigten, dass sich mit der Chloroplastentransformation veränderte Gene nur äußerst selten von Kulturpflanzen auf solche in Nachbarkulturen oder auf Wildpflanzen überspringen: Manipulieren sie nur die Erbinformation in den Chloroplasten männlicher Gewächse, tragen nur sehr wenige Pollen die genetische Änderung - so dass das Risiko, die Genvarianten in der Nachbarschaft zu verteilen, auf ein Minimum sinkt.

Das neue Verfahren beruht auf der gentechnischen Veränderung der Chloroplasten, jener Teile der Zelle, in denen die Photosynthese abläuft und die eine eigene, vom Zellkern unabhängige genetische Information enthalten. Da diese und die in ihnen enthaltenen Gene nur von der Mutter weitergegeben werden, bleiben Eigenschaften einer gentechnischen Veränderung auf die weibliche Linie beschränkt. Auf dieser Besonderheit basiert das Verfahren der Chloroplastentransformation, mit der Stephanie Ruf und ihre Kollegen aus der Forschungsgruppe von Professor Ralph Bock vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Golm das Risiko von Auskreuzungen reduzieren möchten.

Tabakpflanzen als „Versuchskaninchen“


Chloroplasten

Chloroplasten

Im Mittelpunkt der aktuellen Studie über die die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences berichten, stand die Frage, ob die Gene in den Chloroplasten tatsächlich ausschließlich von der Mutter vererbt werden oder ob sie gelegentlich auch väterlicherseits weitergegeben werden. Dazu gibt es bislang widersprüchliche Erkenntnisse. Als Studienobjekte dienten den Forschern unveränderte weibliche Tabakpflanzen sowie männliche Exemplare, die sie im Chloroplasten-Erbgut mit Resistenzen gegen zwei Antibiotika und mit einem Gen für einen grünen Farbstoff markierten. Diese drei Erkennungsmerkmale wählten sie, um spontane Resistenzen durch Mutation von ererbten Widerstandskräften besser unterscheiden zu können.


Als Testobjekte untersuchten die Biologen mehr als zwei Millionen Samen. Sie säten diese zunächst auf Nährböden mit den beiden Antibiotika aus, gegen die ihr Vater in seinen Chloroplasten eingebaute Resistenzen trug. Dann untersuchten die Wissenschaftler die Keimlinge, die in diesem für Tabakpflanzen ohne Antibiotika tödlichen Ambiente gediehen waren, unter dem Mikroskop auf den grünen Farbstoff. Nur 39 Samen blieben übrig, die alle drei Merkmale enthielten. Dieses Ergebnis entspricht einer Wahrscheinlichkeit für die Weitergabe von weniger als einem 50.000stel. Damit bestätigten sie, dass die Chloroplastentransformation ein zuverlässiges Verfahren darstellt, um die Wahrscheinlichkeit von Auskreuzungen in Tabak zu verringern.
(idw - MPG, 12.04.2007 - DLO)
 
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